Moralische Panikattacken
Tolle Idee: Statt sich selbst in der hochheiklen Frage von israelischen Kriegsverbrechen in Gaza zu positionieren, will Jona Lubnik einen Film über den legendären jüdischen Religionsphilosophen Yeshajahu Leibowitz drehen. Der hatte nämlich tatsächlich schon nach dem Sechstage-Krieg von 1967 gesagt, dass die Besetzung der eroberten Gebiete zum moralischen Verfall Israels und zu «Judeo-Nazis», also jüdischen Faschisten, führen würde.
Besonders toll wird die Idee, wenn man weiß, dass Jona Lubnik ein deutscher Jude ist, den seine Haltung zu Israel zwischen bedingungsloser Solidarität und großer politischer Kritik innerlich zerreißt, dass er obendrein ein lange arbeitsloser Dokumentarfilmer mit großer Neigung zu depressiver Grübelei und einer tiefen Furcht vor Zurückweisung ist. Man könnte es auch Feigheit nennen. Mit dem Film hätte er seinen ganzen inneren und äußeren Fliegenschwarm auf einmal erwischt. Leider geht es in Yael Ronens neuem Stück «Sabotage» an der Berliner Schau -bühne nicht ohne Sabotage ab an Jonas großem Problemlöser-Projekt. Da wäre erstens seine deutsche Ehefrau, Neurologin und Karriere-Chefärztin, die sich trotzdem vor einem Skandal fürchtet und vehement abrät. ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Franz Wille
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