Mit dem Rücken zur Wand
Gemeinsam arbeiten konnten wir eigentlich nur in London.» Einat Weizman spricht bedrohlich ruhig auf der Bühne des Hebrew-Arabic Theater in Jaffa. Sie blickt zu ihrem arabischen Counterpart Issa Amru, der aber nicht selbst hier stehen kann, sondern durch einen Schauspieler verkörpert werden muss. Der palästinensische Menschenrechtler sitzt an diesem Abend vermutlich in seinem Haus in Hebron. Sie ist Regisseurin, Schauspielerin und Autorin, die sich israelisch-palästinensischem Dokumentartheater verschrieben hat.
Hier im alten historischen Stadtkern zwischen ottomanischen Mauern und dem großen Dauerflohmarkt vor den Toren des von Jahr zu Jahr mehr stahlglasglitzernden Tel Aviv gibt es diese kleine Oase jüdisch-muslimischen Zusammenkommens. Wobei der Name des Theaters genau dieses Label zu vermeiden versucht und die Sprachen, nicht die Kulturen, und schon gar nicht die Religionen in den Fokus stellt. Doch natürlich liegt der politische Anspruch auf der Hand, das Ansinnen nach Dialog, die Hoffnung auf gegenseitige Empathie in einem Konflikt, der in den letzten Jahren mehr und mehr verhärtete Fronten hervorgebracht hat.
Die Wahl der neuen Regierung mit dem von Korruptionsskandalen ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: International, Seite 44
von Torben Ibs
Der Wiener Schauspieler und Komödienautor Ferdinand Raimund (1790–1836) war Nestroys melancholischer Bruder. Von seinen acht Stücken sind drei mehr oder weniger im Repertoire geblieben, vor allem «Der Alpenkönig und der Menschenfeind» mit seiner psychoanalytisch angelegten Dramaturgie wird dann und wann aus der Schublade geholt. Die übrigen Raimund-Dramen aber sind...
Theater heute Die Akademie der Künste hat kürzlich in einem Offenen Brief dringend für den Erhalt des Hörspiels in den öffentlichen Rundfunkanstalten plädiert. Was ist da los, warum ist das Hörspiel als solches in Gefahr?
Kathrin Röggla Es beginnt damit, dass der neue Vorsitzende der ARD Kai Gniffke vier Zentralisierungsvorhaben angekündigt hat, und zwar im...
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bis 28.8., Nino Haratischwili: «Georgien hat mich nie verlassen»
Dokumentation, Deutschland 2022 Regisseurin Eva Gerberding hat Nino Haratischwili nach Tiflis begleitet. Die Dokumentation taucht mit Archivmaterial, Interviews und kleinen Spielszenen ein in das Georgien der 1990er Jahre.
bis 15.7., Bilder (m)einer Mutter
Der Dokumentarfilm ist...
