Mahnung ohne Druck

Williams «Die Katze auf dem heißen Blechdach», nach Mann «Der Untertan» am Deutschen Theater, Maxim Gorki Theater Berlin

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Die Ungleichheit in Deutschland wächst, der Gini-Koeffizient für die Vermögenskluft ist auf hohe 0,81 angestiegen. Aber sozialer Widerstand will sich nicht regen. Zu tief ist die meritokratische Ideologie und die wie auch immer illusorische Aufstiegserwartung in alle Bevölkerungsschichten eingesickert.

Insofern ist es verdienstvoll, dass sich zwei Berliner Bühnen mit großen Stücken dort umschauen, wo sich Kapital und das entsprechende Selbstverständnis anhäufen. Oder angehäuft haben. Denn die Stoffe sind historisch.

In Tennessee Williams’ «Die Katze auf dem heißen Blechdach» am Deutschen Theater Berlin blicken wir in das Haus eines Familienunternehmers (Plantagenbesitzer wie bei Williams ist er hier nicht, das Setting ist lose nach Deutschland gerückt): Big Daddy, wie er genannt wird, feiert Geburtstag, es wird sein letzter sein. Er hat Krebs im Endsta -dium. Die Familie bemüht sich nach Kräften, es ihn nicht wissen zu lassen.

Im Hintergrund spekulieren die Kinder auf das Erbe, und Mutter (Miriam Maertens) bereitet sich darauf vor, bald die Strippen zu ziehen. Aber aktuell drängen vor allem Identitätspro -bleme: Schwiegertochter Maggie (in der Verfilmung von 1958 von Liz Taylor ...

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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Christian Rakow

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