Leipzig: Digital ist nicht besser

Volker Schmidt «Eigentlich schön» (U)

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«Ein Drama in virtuellen und realen Räumen», so ist Volker Schmidts neuer Theatertext «Eigentlich schön» untertitelt. Darin geht es um die recht banale Geschichte einiger urbaner Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 30, von denen die einen mit den anderen zusammen sind und mit noch anderen fremdgehen. Ein Stück also um Liebe, Sex, Beziehung, Freundschaft, Lebensentwürfe und dergleichen mehr.

Die Handlung könn­te genau so auch in jeder x-beliebigen Seifenoper oder Scripted-Reality-Show stattfinden, aber weil’s Theater ist, sind auch hier und da scheinbar tiefschürfende philosophische Versatzstücke eingepflegt.
Einen Reiz macht immerhin der Wechsel der Medienebenen aus: Da wird gechattet, gefacebookt, geskypt, telefoniert oder eine Abschiedsmessage per YouTube-Video präsentiert. Entsprechend konzentriert sind die Textstücke, lässt doch ein Denken im Twitter-Rhythmus nicht mehr als 140 Zeilen pro Sprechteil zu. Dabei dominieren die virtuellen Räume bei Schmidt klar, aber die große Dramatik findet schließlich doch da statt, wo die virtuellen Fäden im realen Raum verknüpft werden.

Am Schauspiel Leipzig hat sich Bruno Cathomas zusammen mit den sechs Schauspielstudenten des Leipziger ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Torben Ibs

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