Krieg der Worte

Rainald Goetz «Reich des Todes», nach Euripides «Die Troerinnen» im Wiener Burgtheater

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Will ein Theater heute Stücke zum Thema Krieg auf den Spielplan setzen, bieten sich zwei Dramen ganz besonders an. Einerseits die antike Tragödie «Die Troerinnen», in der Euripides nicht die siegreichen Helden des Trojanischen Kriegs, sondern die Frauen der Besiegten sprechen lässt. Andererseits, aus der jüngeren Vergangenheit, «Reich des Todes», in dem Rainald Goetz den «War on terror» analysiert, den die USA nach dem 11. September 2001 ausgerufen haben.

Dass beide Stücke nur wenige Wochen nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine auf die Bühnen des Burgtheaters kamen, war aber kein ungewöhnlich reaktionsschneller Kom -mentar auf die aktuellen Ereignisse, sondern Zufall. Beide Premieren waren längst geplant, »Reich des Todes» hätte überhaupt schon ein Jahr früher kommen sollen, musste aber mehrfach verschoben werden. 

Robert Borgmanns Goetz-Inszenierung im Akademietheater beginnt mit einem Rave: Zu wummernden Rhythmen (Musik: Alva Noto) stehen rund 20 Darsteller:innen (Ensemble und Statisterie) in Unterwäsche auf der Bühne und lassen ihre Köper zucken; danach legen sie sich atemlos auf den Boden, Bühnenarbeiter schaufeln Erde auf sie, und die Szene verwandelt sich in ...

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Theater heute 6 2022
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Wolfgang Kralicek

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