Konferenz

Mensch-Sein an sich Die Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft in Hannover behandelt den Körper auf der Bühne

So sieht der Neuanfang wohl eher selten aus – der Neue wird zunächst mal aufs Kreuz gelegt, nach allen Regeln der Kampf-Kunst. Klaus Figge, dieser letzte Mohikaner in allen Techniken und Tricks des virtuellen und wirklichen «Kämpfens» auf der Bühne, hat Harald Wolff, den gerade frisch gekürten neuen Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft, mit festem Griff bei der Hand gepackt und auf die Bühnenbretter geschickt. So handfest begann die Abschluss-«Demonstration», mit der die Jahreskonferenz der Vereinigung auf der Ballhof-Bühne vom Schauspiel Hannover zu Ende ging.

Entspannter und amüsanter geht’s kaum. Schmerzhafter auch nicht.
Denn die angestellten Grüblerinnen und Grübler im Theaterbetrieb machten auf diese Weise eine Erfahrung, die sonst eher den Mitgliedern eines Ensembles vorbehalten bleibt: Was für erstaunlich alberne Positionen der eigene untrainierte Körper einnehmen kann auf der Bühne. Sinnigerweise hatte Figges furioses Finale auch noch sehr direkt mit dem Thema der Tagung zu tun: «Körper. Repräsentation. Interak­tion. Differenz.» Denn tatsächlich hat die Grundausbildung durch den Kampftrainer auch von der Vorzeigbarkeit (der Repräsentation), der Interaktion (jeder ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Michael Laages

Weitere Beiträge
Neue Stücke · Aufführungen

Neue Stücke

Während am Berliner Gorki Theater Marianna Sasha Salzmann mit «Zucken» noch versucht, die düstere Gegenwart des Dschihadismus zu verstehen, inszeniert von Sebastian Nübling, finden sich im März sonst viele tiefschwarze Zukunftsvisionen. An der Schaubühne entwickelt Angélica Liddell mit «Toter Hund in der chemischen Reinigung: Die Starken» eine...

Krähwinkel erwacht

Es war einmal in Bamberg. Da regierte ein Intendant sage und schreibe ein Vierteljahrhundert in einem Stadttheater. Ununterbrochen. Unangefochten. Als dieser Rainer Lewandowski 2015 dann tatsächlich aufhörte, wollte niemand so recht daran glauben. Man hatte sich in dem fränkischen, kulturerblich schwer und wunderschön belasteten Städtchen mit seiner einzigartigen...

Spionage

Was zeigt man, und was verbirgt man, was darf man sehen und was nicht? Fragen, die das Theater schon immer beschäftigt haben und die seit Kurzem durch die zweischneidigen Errungenschaften von Social Media und Big Data unweigerlich in unserem täglichen Leben angekommen sind, wo das Spektrum von Information und Neugier über Voyeurismus und Exhibitionismus...