In der Welle

Anja Hilling «Spiel des Schwebens» (U) an den Kammerspielen Frankfurt

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«Eine Welt hat begonnen, die ein neues Menschengeschlecht braucht.» Es ist dieses Gedankenspiel, das Anja Hilling sprachlich durchexerziert. Die Protagonist:innen ihrer meditativen Menschenstudie: die Eltern, das Kind und eine nichtmenschliche As -sistentin, genannt Kali. Und eben die deklariert «die Maximierung des menschlichen Potentials». Im Hinduismus ist Kali die Göttin der Zerstörung und der Erneuerung. Zerstört und erneuert werden sollen hier vor allem pädagogische Prinzipien.

Was wäre, wenn der Mensch aufwachsen würde ohne das ganze Gepäck, das eine Herkunftsfamilie so mit sich bringt? Eine «entfesselte Erziehung», die das freie Schweben ermöglicht. Kontrolliert und gesteuert durch eine künstliche Intelligenz.

Soweit Hillings durchaus beunruhigendes Gedankenexperiment. Auf der Bühne von Marlene Lockemann in den Frankfurter Kammerspielen dominiert entsprechend die Welle als zentrales Motiv. Der Falten werfende rote Vorhang im ersten Teil, die Beleuchtungsträger, die Bühnenwände, die Leiter, die Gabel – alles schwingt, wirkt fluide. Tochter Emilia, genannt Miko, trägt die Welle sogar am Körper, ihr silbergraues Kostüm formt sich wo -genartig in die Breite (Kostüme Miriam ...

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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Sarah Heppekausen

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