Streifzüge mit Rennpferden und Sirenen

Mit dem Festival «Implantieren» behauptet sich die junge Freie Szene selbstbewusst in der Stadt Frankfurt

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Jodeln ertönt wie von fern. Dann klappen die Fensterläden auf und geben den Blick frei auf das dahinterliegende Grün des Flusses. Darin: drei Frauen mit Badehauben, schwimmend, singend. Singen vorüber, in kräftigen Zügen. Und für einen trügerischen Augenschein, einen Wimpernschlag lang erscheint es der Betrachterin, als schwämmen sie in einem grünen Bergsee und die Maininsel hinter ihnen sei sein Ufer. Doch nein, wir sind hier nicht im Gebirge, sondern in Frankfurt am Main.

Im Yachtklub, einem Boot mit Bar und Disco, das gemütlich am Mainufer dümpelt, hat die Regisseurin und Dramaturgin Friederike Thielmann die Sinnestäuschung eingerichtet – und die Gesänge der Alpen mitten in den Frankfurter Stadtraum hineingelegt; oder sollte man sagen: geschnitten? Vor Auge und Ohr der Betrachterin jedenfalls überlagern sich höchst heterogene Landschaften, Flachland und Gebirge, schneebedeckte Gipfel und gläserne Wolkenkratzer.

 Selbstbehauptung der Freien Szene

 

«En Passant» heißt die Konzertperformance von Thielmann und den drei Sängerinnen und Performerinnen Elisabeth Gabriel, Liese Lyon und Johanna Milz. An einem milden Septemberabend eröffnete sie das Festival ...

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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Junge Szene, Seite 45
von Esther Boldt

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