Hardware, Software, Notwehr

Stefan Pucher inszeniert am Theater Basel «Sommergäste», von Dietmar Dath nach Maxim Gorki

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Warwara sucht Ruhe. Dafür ist sie in die Schweizer Berge gekommen. Doch auch wenn sich das Treffen, zu dem ihr Mann Sergej Bassow geladen hat, «Retreat» nennt und von «Digital Detox» die Rede ist – richtig ernst nimmt das keiner. Schließlich findet sich hinter jeder Ecke ein Laptop, unter jedem Stuhl ein iPhone. Aber Warwara meint es ernst mit ihrem Vorhaben: Am Schluss wird sie alle anderen als unechte Menschen entlarvt haben. Sie bringt sie alle um ihre digitale Existenz, vernichtet Identitäten, sperrt Kanäle, löscht Profile. Und hat nun endlich ihre Ruhe.

Am Anfang und am Schluss liegt Annika Meier im Liegestuhl vor dem Bergidyll. Um sie herum – Schweigen. Ist auch sie in einem Loop gefangen?

Ruhe und Schweigen gibt es dazwischen, in den 280 Minuten «Sommergäste» im Basler Schauspielhaus, allerdings selten. Auch in Maxim Gorkis Originaltext wird pausenlos geredet, gestritten, diskutiert und debattiert. Ebenso in der Überschreibung, die Dietmar Dath verfasst und Stefan Pucher inszeniert hat. Und wie bei Gorki ist etwas in dieser idyllischen Schweiz faul: Es kann noch als Gag durchgehen, dass von Davos die Rede, aber das Matterhorn zu sehen ist – das ist 192 Kilometer Luftlinie ...

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Theater heute April 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Valeria Heintges

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