Globaler Klimastreik

nach Andres Veiel «Ökozid» im Schauspiel Stuttgart

Theater heute - Logo

Burkhard C. Kosminski hat sich für sein Klimawochenende zur Saisoneröffnung als neues Stück «Ökozid» vorgenommen, nach dem gleichnamigen Film von Andres Veiel und Jutta Doberstein, der im November 2020 im Rahmen einer ARD-Themenwoche im Fernsehen ausgestrahlt worden war. Der Plot ist fiktiv und spielt in der nahen Zukunft. Man schreibt das Jahr 2034. Die Ausgangslage: 31 Länder des globalen Südens verklagen Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof auf Schadensersatz.

Durch die Blockade europäischer Klimaschutzmaßnahmen habe die Bundesrepublik ihre völkerrechtliche Pflicht verletzt, einer Erhöhung der weltweiten CO2-Konzentration entgegenzuwirken. Verantworten müssen sich die Regierungen Schröder und Merkel. Die Kläger:innen fordern einen Schadensersatz von jährlich 60 Milliarden Euro für die verheerenden Folgen des Klimawandels, wie sie in ihren Ländern virulent werden. Ein Urteil im Sinne der Kläger:innen wäre für die Zukunft von großer Bedeutung. Die Rechtsanwält:innen beider Seiten kommen zu Wort, eine Menge Zeug:innen, Ex-Bundeskanzlerin Merkel als Verantwortliche. Schröder hat sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt.

Gar nicht mal so unrealistisch. Leider bietet ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2021
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Verena Großkreutz

Weitere Beiträge
Das Paradox der Veränderung

Als ich vor neun Jahren nach Berlin kam, hieß eine der ersten Empfehlungen: «Du musst das k-fetisch auschecken.» Auf der Internetseite des k-fetisch schreiben die Mitglieder des Kollektivs: «Wir alle teilen einen feministischen und anti-rassistischen Grundkonsens. Unsere diversen politischen Überzeugungen sind in diesen Laden geflossen und werden auch immer mal...

Fortschritt und Tragödie

Schwarze, geschlechtsneutrale Gewänder in nebeldüsterem, schwarzem Bühnenraum; nur ein dünner blauer Neonkreis – ein schmaler Sonnenrest? – hängt über der Bühne. Tastende Schritte einer eng zusammengedrängten Menschengruppe, die langsam, mit großen Pausen einzelne Wörter hervorstößt, von Mikroports hallig verstärkt. Irgendwann schleicht sich ein tiefes Brummen in...

Ein Fall von Optimismus

Am Ende des dreitägigen Bundesforums waren die Impulse vom Anfang fast vergessen. Die Rede der Dramatikerin Sivan Ben Yishai (abgedruckt auf den vorigen Seiten) beispielsweise, die ihre Überlegungen zum «Skript» mit dem zu diesem Zeitpunkt noch erwartungsvollen, aufnahmefähigen Publikum teilte. Sie mahnte, dass die bevorstehende Konferenz – ebenso wie all die...