Gedichte zum Trost
Eine einsame Nacht. Irgendwo in Deutschland, in Nordseeküstennähe. Im Radio laufen die Nachrichten, berichten von Baerbock, Berlin und Kiew. Zum Abschluss das Wetter: Quellwolken, fallende Temperaturen und leichter Nieselregen. Richtig wohlig klingt das alles nicht. Aber wohlig sind die Zeiten ja auch nicht. Und die Nächte sowieso einsam. Letzeres zumindest erzählt Judith Kuckarts jüngstes Stück «Die Welt zwischen den Nachrichten – Night Radio Show», das sie gemeinsam mit sechs Schauspieler:innen der bremer shakespeare company und des Stadttheaters Bremerhaven entwickelt hat.
Der Text ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Buch, das Kuckart diesen Sommer veröffentlicht hat. Einem Roman, den sie entlang ihrer Biografie erzählt, der 1959 in Westfalen geborenen Regisseurin und Schriftstellerin.
In dem Theaterstück, entstanden aus einem gemeinsamen Schreibprozess, verwebt Kuckart manch einsame Stimmen der Nacht mit dem Trostprogramm einer nächtlichen Sendung und ausgewählten Shakespeare- sowie selbst verfassten Sonetten. Die szenische Ausgangssituation: Der Radiomoderator Martin Gerlach (Markus Seuss) ermuntert seine Zuhörer:innen, ein Buch zu nennen, einen Song ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Katrin Ullmann
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