Gedanken im Raum

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Wir werden als eine zentrale gesellschaftliche Instanz um mehr Digitalität auch am Theater nicht herumkommen. Man kann allerdings gespannt sein, wie das Ganze vonstatten gehen soll. In einem Land mit einer einzigartig dicht ausgebauten Theaterlandschaft und einer einzigartig dürftigen digitalen Infrastruktur. Meine Arbeitserfahrung mit Digitalem ist ebenfalls dürftig: vier bis fünf Mitschnitte von analogem Theater und drei Staffeln einer selbstproduzierten digitalen Mini-Serie, zeitfüereinander.com.

Ich bin also wahrlich keine Expertin für das Digitale, habe kaum Streams gesehen – etwas, was ich quasi geschwänzt habe, weil ich mich nur schwer Dingen widmen kann, die mich nicht interessieren. Weder auf mein mangelndes Interesse noch auf meine Sturheit bin ich besonders stolz. Ich muss sie an dieser Stelle einfach zugeben und mich zu etwas äußern, wovon ich mehr Ahnung habe, wofür ich mehr Liebe habe und von dem ich glaube, es ganz gut zu kennen und zu verstehen – das Theater.

Als ich mich nach dem Studium für das Stadttheater entschieden habe, kam das einigen in meinem Umfeld suspekt vor. Schon der Wechsel von der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen an die Münchner ...

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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Streaming, Seite 74
von Anne Lenk

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