Freundschaft mit dem Ende schließen

Aljoscha Begrich empfiehlt die Lektüre versteckter Botschaften

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Wie die gute Laune behalten innerhalb einer multiplen Krise? Vielleicht gar nicht. Der Aktivist und Künstler Christophe Meierhans meinte schon 2022, man müsse erstmal richtig im Tal unten ankommen und die Lage akzeptieren, um wieder starten zu können. In der Floating University hatte er damals in Anlehnung an Techniken der Stoiker eine Meditation entwickelt, bei der das Publikum aufgefordert wurde, sich mit der schlimmsten Vorstellung einer durch Klimakatastrophe beeinflussten Zukunft zu konfrontieren, um daraus neue Kräfte für den Widerstand dagegen zu generieren.

Ich war damals noch nicht bereit dafür und quälte mich tagelang mit Depressionen. Mittlerweile ist das anders. Katastrophe und Kollaps seh ich nicht mehr nur als das «Ende aller Hoffnung, sondern auch als einen strategischen Raum, für den wir uns neu aufstellen müssen und können». Dafür fahr ich Ende August auf das Kollaps Camp nach Brandenburg. Und Mitte Oktober geht es nach Hamburg zum Symposion Palliativer Dramaturgie von les dramaturx: «Frei nach Heiner Müllers Diktum ‹Nekrophilie ist Liebe zur Zukunft!› versucht die palliative Dramaturgie die Zukunft vom Ende her zu denken. Wie kommen wir dazu, unsere Situation zu ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Cheering up, Seite 93
von Aljoscha Begrich

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