"Ich, ein Anfang" in Frankfurt. Foto: Birgit Hupfeld
Fragen nach dem Grund
Ich, ein Anfang, am 4., 27. April2017.
Was bewegt Zuschauer, die sich für Aufführungen wie «Sieben gegen Theben/Antigone» in Frankfurts Bockenheimer Depot, inszeniert von Ulrich Rasche, begeistern? Nach sorgfältiger Recherche im Publikum und ernsthafter Gewissensprüfung des Autors ist die Antwort folgende: Es ist zunächst die offensichtliche formale Geschlossenheit und Strenge der Schwarz-Weiß-Tableaus, ihre klare Ästhetik; dann die musikalische Struktur, ein durchgehendes, stetig sich steigerndes Crescendo, das alle Bühnenbereiche, nicht nur die Musik, sondern auch das chorische Sprechen und die rhythmische Vorwärtsbew
egung erfasst; schließlich die ausschließliche Beschränkung auf Intensität und noch mehr Intensität als Ziel der gesamten theatralen Konstruktion. Das beeindruckt.
Setzt man diese Ästhetik dann in Beziehung zu den Vorlagen, zu Aischylos' «Sieben gegen Theben» und Sophokles’ «Antigone», die in Frankfurt als zwei zusammenhängende Teile einer größeren Labdakiden-Erzählung aufgefasst werden, eben des Familienfluchs, der nicht nur den Herrscher Kreon, die Tochter Antigone, nicht nur die Söhne Eteokles und Polyneikes, sondern auch die Väter Laios und Ödipus hinwegrafft – dann ist es das Gebräu aus ...
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Theater heute April 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Peter Michalzik
Was für eine nette kleine Familie. Anton und Karin haben eine liebe Tochter und sind sehr um sie besorgt. Außerdem teilen sie klare Vorstellungen, was die Erziehung betrifft. Die Zeiten der übertrieben antiautoritären Erziehung seien inzwischen vorbei, Kinder bräuchten feste Regeln. Man ist schließlich liberal und will den Nachwuchs aufs Leben vorbereiten. Man...
Hans Fallada wusste, was er tat, als er 1934 seinen Roman «Wer einmal aus dem Blechnapf frisst» schrieb: Sechs Jahre vorher war er selbst aus dem Gefängnis entlassen worden, nach zweieinhalb Jahren Haft wegen Betrug und Unterschlagung. Sein Alter Ego Willi Kufalt lässt er fünf Jahre einsitzen und (anders als Fallada selbst, der zum Bestseller-Autor wurde, bevor er...
Personen
Anton
Karin
Ihre Tochter Martina (ca. 7 Jahre alt)
Oskar
Jessica, Oskars Freundin
Erster Teil
Eine Küche. Anton und seine Tochter Martina. Martina sitzt an einem Tisch, allein, vor ihr
ein voller Teller mit Fleischstücken und Kartoffelpüree. Sie hat den Kopf gesenkt, isst nicht.
Anton steht an der Spüle, Hände verschränkt.
Anton Wir können gern den ganzen Tag so...
