Festival: Lächeln überm Abgrund

Das Festival «Uniting Backgrounds» am Gorki Theater zeigt Produktionen aus Polen, Nordafrika und Berlin

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Ein Theater zur Demokratie ist ein Theater der Biografien in ihren politischen Kontexten», schrieb Chefdramaturg Ludwig Haugk dem Festival «Uniting Backgrounds» ins Programmheft – und wahrscheinlich bildet kein anderer Satz so passgenau auch die Program­matik des ganzen Theaterprojekts Maxim Gorki seit dem Beginn der Intendanz Shermin Langhoff/Jens Hillje ab.

Bereits in der Nachwendezeit warnten nachdenkliche Stimmen in Deutschland, das Scheitern des realsozialistischen Projekts werde auch die bis dato zweifelsfreie (Selbst-)Legitimierung der westlichen Demokratien als Gegenmodell in Frage stellen und den Projektionsfeldern «Nation» und «Religion» zu neuer Konjunktur beim individuellen Identitätsmanagement verhelfen. Mittlerweile ist das Paradox als Krise greifbar: Während sich das Demokratieversprechen weltweit allergrößter Beliebtheit erfreut und zumindest in der politischen Rhetorik beinahe als universell gelten darf, belegen die Umfragestatistiken in den bis vor kurzem noch konsolidiert geglaubten Demokratien einen grassierenden Vertrauensschwund besorgter Bürger*innen in ihre Institutionen – verbunden mit der zunehmenden Angst vor neuen, supranationalen  ...

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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Anja Quickert

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