Festival: «Das Weltgeschehen macht Mittagspause»
Das ist das kürzeste Festival ever!», begrüßt Amelie Deuflhard das Publikum. Eigentlich sollte die Intendantin des Hamburger Kulturzentrums Kampnagel das Krass Kultur Crash Festival eröffnen, die alljährlichen von Branko Simic kuratierten Thementage zu ästhetischen Strategien, mit der Migrationsgesellschaft umzugehen. Nur hat die Corona-Pandemie den Theaterbetrieb lahmgelegt, an ein Festival ist nicht zu denken.
Zum Start waren 2020 geplant: eine Installation, ein Konzert der regelmäßig zwischen Popmusik und Theater pendelnden Bernadette La Hengst, eine Premiere (wie jedes Jahr eine eigene Inszenierung von Simic, diesmal mit dem Titel «Infarkt Global»). Klappt natürlich nicht, die Theater bleiben geschlossen.
Aber wenigstens schafft es die Festivaldramaturgie, die Programmpunkte zusammenzudenken, zu einer Art gemorphter Eröffnung, die live auf der Kampnagel-Website gestreamt wird. Ohne anwesendes Publikum, wegen der Abstandsregeln, die eine öffentliche Veranstaltung verbieten: Deuflhard begrüßt die Kampnagel-Belegschaft, ein paar Passanten, die Zuschauer*innen zu Hause, zu einem Festival, das 90 Minuten lang eröffnet und gleichzeitig beendet wird. «Haltet Abstand, flaniert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Falk Schreiber
Ob in Bochum, München oder Leipzig: Die Theater wagen sich vorsichtig aus dem Corona-Shutdown. Es geht wieder los!
Wäre Corona nicht gewesen, dann wäre Julia Windischbauer mit Toshiki Okadas «The Vacuum Cleaner» zum Theatertreffen nach Berlin gefahren. Hätte, wäre, würde. Ein Porträt!
Wenn die Wunde und das Wunder zusammenkommen: Kämpfe am eigenen Körper in Eni...
Nicht mit mir! Schieb dir dein scheiß Lexikon sonst wohin. Und zwar kreuzweise!», brüllt Markus Michalik. Er spielt den Theo in Philipp Löhles Komödie «Die Mitwisser» und tobt auf der Bühne wie Rumpelstilzchen. Sein Bewegungsradius ist dabei allerdings sehr klein. Und der Angebrüllte hat sich verdünnisiert. Um Michalik herum ist es leer. Denn wer derzeit auf einer...
Es ist ein Kontrast, der sofort aufhorchen lässt. Diese zarte, beinahe ätherische Erscheinung, hellbraune Augen, rotbraune Locken, schön und zerbrechlich, und dann diese tief sonore Stimme mit leichtem österreichischen Timbre. Wenn man sie zum ersten Mal auf der Bühne erlebt, denkt man einen Moment lang, ist da noch wer, oder ist sie das? Sie ist es! Dieser erste...
