Experten des Verschwindens
Volksbühnen- und Kinostar Milan Peschel inszeniert seit zwei Jahren eine Trilogie in der Schweriner M*Halle: drei Stücke, immer mit ähnlichem Team auf und hinter der Bühne. Zunächst den Western «Chico Zitrone im Tal der Hoffnung», dann den existen -zialistischen Eastern «Ich werde dich lieben». Und jetzt «Sterni und die Astronauten», ein Science-Fiction-Abenteuer, bei dem es eine «Gruppe selbstloser Enthusiasten» unter Anweisung des (selbst nicht auftretenden) Sterni in den Weltraum zieht.
«Selbstlose Enthusiasten», das sind die Arbeiter:innen im Weinberg der Staatstheaterkultur, und einmal wird das auch direkt angesprochen: Der ominöse Sterni nämlich ist «Pförtner in einer staatlich subventionierten Kulturspelunke», und dass er bei diesem Job Zeit findet, im Keller ein Raumschiff zusammenzuleimen, ist entsprechend auch als Subversion gegen die Routinen im Theateralltag zu verstehen. Sterni also lebt anscheinend im Theater, irgendwo hinter der Bühne (weswegen auch weite Teile des Gezeigten als Live-Video von der Hinterbühne aus eingespielt werden), und werkelt dort erratisch rum. Wobei diese bei Licht betrachtet abstruse Story gar nicht das ist, was wirklich an «Sterni und die ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Falk Schreiber
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