Liat Fassberg; Foto: J.J.Kucek

Etwas für Nachtbusfahrer

Liat Fassberg: «Etwas kommt mir bekannt vor»

Theater heute - Logo

Zufälligkeit, wenn nicht Willkür, bestimmt das Geschehen: Es könnte jedem passieren, zu jeder Zeit. Jeder könnte überall sitzen.»

Passagiere in einem Nachtbus – ein Bus, der über Grenzen fährt. Im Niemandsland Europas unterwegs, Start der Reise unbekannt, das Ziel: irgendwo in Deutschland. Keine dramatis personae in diesem Drama, sondern Sitzplätze, Stimmen. Alle haben Fahrkarten, aber nicht alle haben das Recht zu reisen.

Etwas ist geschehen: Zwei der Reisenden wurden nach einer Polizeikontrolle mitgenommen, her­ausgezerrt aus der losen Gemeinschaft der Reisenden. Was von ihnen bleibt, sind leuchtende Schuhe – Zauberschuhe? –, die sie fortbringen sollten, die, die durchs Meer gekommen waren. Durch Gedanken, Gespräche, Tweets, Träume, Fragebögen, Downloads erfährt der Zuschauer, -hörer von dem Vorfall. Eine Sinfonie/Kakofonie.

Vater und Kind unterhalten sich darüber, was es bedeutet, «nach Deutschland zu gehören». Es wird leise gesungen, verein­zelt. Ein Liebespaar spricht über die Liebe, Liebe in Zeiten der Unsicherheit, der Bedrohung. Macht der Vorfall alle zu einer Community? Der Com­munity der Davongekommenen? Sehn­suchtsbriefe werden geschrieben. Und Schimpf­ti­raden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 162
von Eva-Maria Voigtländer

Weitere Beiträge
Amelie Deuflhard: Von der Kunst lernen

Kann es ein ideales Staatswesen geben, in dem alle Menschen frei und gleich sind? In «Utopia» entwarf Staatsmann und Humanist Thomas Morus 1516 eine ideale Gemeinschaft. Morus beschreibt in diesem prägenden Werk «De optimo statu rei publicae deque nova insula Utopia» («Von der besten Verfassung des Staates und von der neuen Insel Utopia») ein erfundenes Inselreich...

Karin Beier: Keine Ausreden mehr!

Seit Platon ist es eine Angewohnheit abendländischer Intellektueller (Männer), an freien Nachmittagen hin und wieder einen idealen Staat zu entwerfen. Sie nehmen ein weißes Blatt Papier, räuspern sich, und los geht’s. Wichtige Arbeiten in Haus und Garten (Dach undicht, Abflussrohr verstopft, Baby muss gewickelt werden) bleiben mit Hinweis auf dieses Hobby oft...

Claudia Bauer: Das verschwindende Wilde in der Welt

Wurde das nicht schon mal probiert? …
Tanz den Kommunismus / Sozialismus / Demokratie / Transformation des Kapitalismus / Kapitalismus ganz abschaffen / Philosophenkönige / Räterepublik / König Artus’ runder Tisch gegen die Barbarei des dunklen Zeitalters/ ...

Oder erst einmal:
Bedingungsloses Grundeinkommen / Arbeitslosigkeit umdefinieren / Wirkliche Gleichstellung...