Erden und lüften
Der Hase ist von Anfang an da. Das Ich, das von sich und vom ihm erzählt, staunt und berichtet. Ab geht es durch das Dach, hoch in die Luft. Dann auf das Feld. Die beiden, das Ich und der Hase, sind in einem Leihwagen namens Hollywood als Traumfabrik unterwegs.
Die Prosa schlägt Haken, gibt zunächst keine eindeutigen Angaben zu ihrem Wirklichkeitsstatus durch. Ist das alles geträumt, könnte sein, aber dann werden auch Träume als Träume erzählt und sogar brav durchnummeriert.
Der Hase malt dem Ich unlesbare Zeichen ins Buch: «Ich betrachtete das eingehend und dachte sachte vor mich hin. Im Universum war es still.»
So unkonventionell geht es hinein in diesen Roman, der sich erst einmal Sprüngen, Assoziationen, einer aus störrischen Wörtern in wechselnden Bildern zusammen- und gleich wieder auseinandergebauten Fantasie überlässt. Dann kommen aber Dinge dazu, die einem durchaus realer erscheinen, die Ma, die Großmutter, sie mischen sich unter die Hasenprosa, als Erinnerungen dieses Ichs, das auch über Songzeilen und Friederike-Mayröcker-Zitate und Fotos verfügt und diese mit den sprachgeborenen Eigenheiten verfugt.
Der Hase ist erst voll da, irgendwo entsprungen, und dann ist er ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 39
von Ekkehard Knörer
Hallo», heißt es oft zu Beginn der Aufführungen des Regisseurs Christopher Rüping von der Bühne ins Publikum, und ein Gespräch wie auf Augenhöhe scheint im Hier und Jetzt anzuheben, welches das Publikum erst nach und nach als kunstvoll um es herum gewobenen, geschickt an es adressierten und seine Einbeziehung nicht nur suggerierenden, sondern sanft erzwingenden...
Ein sehr spezielles Welcome: Beim Eintritt in den Empfangsraum des Hauses am Waldsee, einem so renommierten wie abgelegenen Ausstellungshaus mit Park und Seezugang im waldigen Berlin-Zehlendorf, sitzt abgewandt von den Besucher:innen eine lebensgroße Teenager-Puppe auf einem Podest, das weißblonde Haar zurückgeworfen, den Blick auf einen zerknitterten Zettel in der...
Es gibt Werke, die einen vorzüglichen Eindruck vom Grundgefühl der DDR vermitteln. Brigitte Reimanns Romanfragment «Franziska Linkerhand» ist ein solches, der Film «Unser kurzes Leben», der auf Reimanns Buch basiert, ebenso. Beide nehmen uns mit hinein in die Welt der gebremsten Aufstiegsversprechen in der ostdeutschen Nachkriegsmoderne.
Die Architektin Franziska...
