Eine Grenzbegrenzung
Das Angebot kam per Brief: in ein Museum bei Nacht einsteigen, mit der Taschenlampe durch dessen dunkle Räume gehen. Alleine, aber beobachtet von Sicherheitskräften. Sich umzudrehen und die Sicherheitskräfte zu beobachten, ist verboten. Wer das Verbot übertritt, beendet damit schlagartig die Performance-Installation.
Und hier stehe ich nun vor einer Seitentür des Bochumer Kunstmuseums. Gut instruiert vom Künstler:innenduo Hofmann&Lindholm, wie ich hineinkomme. Der Strahl meiner Taschenlampe streift Reflektoren auf den Westen von Sicherheitskräften.
Ich mühe mich nach Kräften, nichts von ihnen zu sehen, da ich die halbe Stunde ja möglichst in Gänze auskosten will. Ich beleuchte eine Glaswand, hinter der die Bibliothek des Museums zu sehen ist, und stoße auf Kunstwerke der Gruppe KOBRA, von Ernst Nay, Sonderborg, Günther Uecker. Das Joseph Beuys-Porträt im Stil Andy Warhols stammt tatsächlich von ihm. Und dann stehe ich sprachlos vor einem Gemälde von Francis Bacon. Wie riskant, ja grob fahrlässig ist, was ich hier soeben machen darf? Alleine vor einem Ausstellungsstück stehen, das auf Auktionen 50 Millionen Dollar und mehr brächte.
Aber es stimmt ja nicht. Eine Gruppe begleitet ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Nikolaus Müller-Schöll
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