Die zweite Geburt

Von einem höheren (Selbst-)Sein träumten sowohl René Pollesch in «Von einem, der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte» an der Berliner Volksbühne als auch Iwan Wyrypajew in «Unerträglich lange Umarmung» am Deutschen Theater

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Was passiert eigentlich, wenn das Universum zu einem spricht? Handelt es sich dabei um «eine Art farbiges Muster, als würde ein fremdartiges Bewusstsein Kontakt aufnehmen», verknüpft mit einer sanften Frauenstimme, die der menschlichen Sprache durchaus mächtig ist? Ein «blauer Punkt im Inneren», mit dem freundliche Gespräche möglich sind, in denen das Universum über so interessante Dinge informiert wie die Bedeutung des Impulses, die Bedeutungslosigkeit von Moral oder auch die Handynummer des richtigen Liebespartners?
Als hätten hundert beschwipste Disney-Autoren das Drehbuch ge

schrieben, tritt das Universum in Iwan Wyrypajews Auftragsstück für das Deutsche Theater Berlin auch noch als Kitsch-Delfin oder multipler Orgasmus auf, oder eben als die titelgebende «unerträglich lange Um­armung»: «Wie als würden Millionen lebende Zellen, die da ‹Ich liebe dich, Charlie› heißen, mit anderen Millionen lebenden Zellen, die ‹Verzeih Emmy, ich liebe meine Frau Monika› heißen, zusammenprasseln.» Die kompromisslose Süße, mit der der 1974 in Irkutsk geborene Theatermacher die Metaphysik ins Leben seiner vier Protagonisten treten lässt, mag mitunter etwas überzuckert erscheinen – doch sie ist nicht ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Eva Behrendt

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Unerträglich lange Umarmung

Unerträglich lange Umarmung
Aus dem Russischen von Stefan Schmidtke

 

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Relativitätsprinzip der speziellen Relativitätstheorie, Albert Einstein

Siehst du den blauen Punkt, mein Sohn? Geh da hinein.
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