Die Perfektion und ihr Preis
Die Direktion Stefan Bachmanns am Burgtheater beginnt mit Geistern, nur eben alles andere als gespenstisch. Zahlreiche Menschen mit Bettlaken überm Kopf, jeweils zwei kleine Löcher für die Augen, bevölkern drei unterschiedlich große Scheiben, die Katrin Brack auf der Bühne platziert hat. Die wie gezeichnet aussehenden Spukgestalten starren dann also nach vorne und warten auf ihr Stichwort. Ein gewollt lächerlicher Anblick, ein Augenzwinkern zum Start.
Benny Claessens steht da auch, als Einziger unverhüllt.
Auch er konfrontiert sich lange schweigend mit dem Wiener Publikum, das gespannt darauf wartet, wie die neue Ära losgeht. Jenem Publikum, dem der Direktor noch im April leichtsinnig Ifflandring-Träger Jens Harzer an dieser Stelle versprochen hatte. Harzer stieg kurz nach Probenbeginn aus, mutmaßlich aufgrund künstlerischer Differenzen. Denn er wäre nicht der einzige Hamlet in diesem «Hamlet» gewesen, auch der durchaus prominente Ersatzgast Claessens ist es nicht. Regisseurin Karin Henkel hat die Titelrolle in ihrer Eröffnungsinszenierung fünf von sieben Schauspieler:innen gegeben.
Das Schauspiel befragt sich selbst
Außerdem wird hier zwar Shakespeare-Text in der griffigen ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Martin Thomas Pesl
ich weiß, wär nicht Gott voller Erbarmen
so gäbe es Erbarmen in der Welt,
nicht nur in ihm.
Jehuda Amichai
Deutsch von Anne Birkenhauer
0.
Чому тут сті?ь>и дверей? Tshomu tut stilʹky dverey? 1
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Чому? Tshomu?3
Ein Foto, darauf Windeln, Seniorenwindeln, Windelhosen, «bei Stuhlinkontinenz».
Ich zoome rein und zoome...
Ein irre lautes, explosionsartiges Wellen-Donnern, ein greller Blitz, der die Netzhaut flackern lässt: Die britische Singer-Songwriterin Anna Calvi entfesselt schon in ihrer Ouvertüre zu Robert Wilsons «Moby Dick» ein musikalisches Live-Inferno erster Güte. Während nichts als die gigantische Projektion eines aus grauen Wellen hervorschießenden Wals die Finsternis...
Hier wird man noch mit Handschlag begrüßt. Rainer Frank heißt das hereinströmende Publikum einzeln willkommen, hier ein Händeschütteln, da ein aufmunterndes Augenzwinkern, später geht er durch die Reihen: «Wem habe ich noch nicht die Hand gegeben?» Er präsentiert joviales Strahlen mit dem Appeal eines Thomas Gottschalk auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Das...
