Die leeren und die vollen Bäuche
Surprise: wir haben also das Feudalsystem nie verlassen – welcome im Bad Kingdom Germany.» So heißt es gegen Ende von Falk Richters Schaubühnen-Abend «Bad Kingdom». Als Resümee in einem längeren Monolog zur wachsenden Vermögensungleichheit im Land. Deutschland – ein mieses Königreich, ein Land der schlecht verteilten Chancen.
Der Claim könnte gut als Motto über diesen zwei neuen Berliner Sozialstudien stehen, die auf den ersten Blick recht wenig miteinander zu tun haben, auf den zweiten aber viel: «Hund, Wolf, Schakal» am Maxim Gorki Theater und eben «Bad Kingdom» an der Schaubühne.
«Bad Kingdom» klingt erst einmal nach Netflix-Serie, dreckigen Hinterhöfen, Gangster’s Paradise, «4 Blocks». Und dieses Milieu steuert tatsächlich Nurkan Erpulat mit seiner Adaption des Romans «Hund, Wolf, Schakal» von Behzad Karim Khani an. Das Buch bietet einen eindrucksvollen Blick auf Berlin von unten. Behutsame Poesie für eine harte Welt. Jamshid ist nach der islamischen Revolution aus dem Iran nach Deutschland geflohen. Er war Teil der studentischen, sozialistischen Opposition gegen den Schah, die bald vom neuen Regime abserviert wurde. Seine Frau kam als politische Gefangene um. Jetzt lebt ...
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Theater heute April 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Christian Rakow
Frau und Mann haben ein Kind gezeugt. Das kommt gemäß evolutionärem Istzustand vor, nur nicht immer mit Bedacht. Das Tröstliche an so einem Ereignis ist der schier übermenschliche Wille zur Harmonie, der jede noch so brüchige Bindung in Heilwolle wickelt. Das hilft. In den ersten paar Wochen.
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