Die Erfindung des Bösen
Dracula ist der wohl berühmteste Vampir der Mediengeschichte: ein Monster aus der Walachei oder Transsylvanien. Der Urvater aller Vampire verbreitet Angst und Schrecken, hat spitze Zähne und einen langen schwarzen Umhang. Vielleicht ist er auch ein bisschen geheimnisvoll und sexy? Vor allem aber unheimlich!
In Johanna Wehners Frankfurter Inszenierung geht es weniger um die Figur Dracula als um die Geschichten, die über ihn erzählt werden, und um die Menschen, die sie so leichtfertig glauben. Ihre Inszenierung basiert auf der Romanvorlage von Bram Stoker aus dem späten 19.
Jahrhundert. Der Ire entwarf das ultimative Feindbild der bürgerlichen viktorianischen Gesellschaft zu einer Zeit, als das British Empire noch Kolonialmacht war. Diese Tatsache wird zwar weder in Wehners Inszenierung noch in der Romanvorlage thematisiert, dennoch lohnt es sich, Dracula – der in Wehners Lesart des Romans als der ultimative Fremde, als eine Bedrohung für die bürgerliche Gesellschaft dargestellt wird – auch unter diesem Aspekt zu betrachten. Die Erfindung des Fremden, des Bösen, ist nämlich eng mit der europäischen Kolonialgeschichte verknüpft und wirkt bis heute gesellschaftspolitisch in ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Yaël Koutouan
Ein lichtdurchflutetes Chalet in den französischen Alpen. Die erfolgreiche Autorin Sandra Voyter (Sandra Hüller) bricht das Interview mit einer Studentin ab, als ihr Mann Samuel im Stockwerk darüber ohrenbetäubende Musik in der Dauerschleife laufen lässt. Die Kamera zeigt abwechselnd Sandra auf der Couch, ein Glas Rotwein in der Hand, und ihr irritiertes Gegenüber....
2.12./SAMSTAG
19.20, 3sat: Theater zwischen Kunst und Aktivismus
Die Dokumentation beleuchtet aus Anlass der Verleihung des Theaterpreises DER FAUST die deutsche Theaterlandschaft im Spannungsfeld von Kunst und Aktivismus.
5.12./DIENSTAG
0.00, ZDF: 37°, Aufbruch hinter Gittern: Theater im Knast
Das Berliner Gefängnistheater «aufBruch» inszeniert einmal im Jahr...
«Realism as we know it in the Western theater, is vulgar to the African aesthetic sensibility, hence they react to it with laughter.»
Demas Nwoko, Search for a new African Theatre, 1970
«Sometimes when we perform, they say: that is Brecht and I say: this is not Brecht, this is totally African.»
Segun Adefila
Wie über Theater in Nigeria schreiben? Ich war zwei...
