Die abgewandte Seite der Geschichte
Fürs Programm ist immerhin gesorgt! Falls wir in mittelfristiger Zukunft noch öffentlich getragene Theater haben sollten – und das scheint derzeit ja ein großes «Falls» –, dann wird es auch weiterhin genug Kunst geben, um die vielen Kästen angemessen zu bespielen. Das ist das muntermachende Fazit einer knappen Woche beim diesjährigen Körber Studio Junge Regie.
Für das wohl wichtigste Nachwuchsfestival schickten die Schauspielschulen des deutschsprachigen Raums Inszenierungen ins Rennen, die sich krisengeschüttelt, aber gefasst und im Handwerk erstaunlich reif, zum Teil regelrecht aufregend präsentierten. Als Jury – ich durfte zusammen mit dem Regisseur und Kölner Intendanten Kay Voges, der Leiterin des Forum Freies Theater in Düsseldorf, Kathrin Tiedemann, der Regisseurin und letztjährigen Körber-Teilnehmerin Tamira Kalmbach sowie der Thalia-Dramaturgin Johanna Vater den mit 10.000 Euro dotierten Preis vergeben – mussten wir das noch Auszubildende bisweilen suchen, so bühnenfertig, selbstbewusst und geschliffen kam vieles daher.
Paradoxerweise wird Juryarbeit dadurch aber nicht leichter. Wo beim Körber Studio Junge Regie die sehr unterschiedlichen Startbedingungen und ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Festival, Seite 38
von Janis El-Bira
26.7./SONNTAG
23.15, ARTE: Patrick Swayze – Hollywoods Traumtänzer, USA 2019
Der Dokumentarfilm zeichnet das Leben von Patrick Swayze nach, der als Schauspieler und Tänzer gleichermaßen prägte und sich früh zwischen Bühne, Film und körperlicher Höchstleistung bewegte. Ausgehend von seiner Ausbildung in New York und den Jahren in der Ballettkompanie folgt der Film...
Wie queer kann ein See sein? Er hat vielleicht kein Geschlecht, aber auch er kann sich verändern. Und der See, an dem dieses Stück spielt, hat sich dramatisch verändert: Er ist gekippt, Fische gibt es darin keine mehr.
Die Freundinnen Mo (Katharina Rose) und Nadia (Marthe Lola Deutschmann) treffen sich trotzdem noch auf dem Steg, auf dem sie große Teile ihrer...
Einmal im Jahr 1989, als die Mauer offen ist und sich der politische Protest langsam von den Straßen wieder in die Gemeinderäume der Bürgerbewegung verschiebt, heißt es: «Der langweiligste Teil war der bedeutendste einer Revolution. Aufruhr war nur am Anfang wichtig.»
Der Satz ist in mehrerer Hinsicht wahr. Auch in poetologischer. Es ist die große Kunst des Autors...
