Der terroristische Zuschauer
Theaterkritik gone mad: Mitten in der Vorstellung steht ein eher junger Mann auf und beginnt, sich erst zu beschweren, dann mit den drei Darsteller:innen auf der Bühne zu diskutieren. Über das damit natürlich unterbrochene Stück, das ihn nicht hinreichend unterhält. Darüber, dass der Weg für ihn weit war, dass er sich den Abend extra frei nehmen musste, er sei nämlich Nachtwächter auf einem Parkplatz. Er will den Chef sprechen, der das alles verantworte.
Wie, der ist gar nicht vor Ort? In einem guten Restaurant wäre das ja wohl ein Unding! Aus dem Rest des Publikums, die Reihen sind recht schütter besetzt, erklingt langsam Murren. Bevor der Streit vollständig eskaliert, verlässt der Mann, der sich als Yannick vorgestellt hat, den Raum. Er bekommt jedoch mit, dass die Darsteller:innen auf der Bühne nach seinem Abgang nicht weiterspielen, sondern klassistische Witze auf seine Kosten reißen – und plötzlich Gelächter ernten. Er kehrt zurück, in der Hand nun einen Revolver.
Das nicht sehr große Theater, plüschig im klassischen Stil, liegt in Paris, das Stück, das gespielt wird (was man hört, hat der Regisseur und Autor des Films Quentin Dupieux höchstpersönlich verfasst), heißt «Le ...
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Ekkehard Knörer
Ein Sarg. Und ein Grab. Zwei Orte der Begegnung mit den Eltern, zwei Orte der Erforschung ihrer Lebensgeschichten in und für Deutschland (wie so viele Berliner Theaterabende in dieser Saison deutsche Familienbilder zeichnen). Die Gräber sind offen, die Ahnen untot. Ihr Denken, Fühlen und Handeln hat die Nachgeborenen tief geprägt.
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What brings us to Africa? What are the lessons learned?», fragt Bishnupriya Dutt, die Präsidentin der International Federation for Theatre Research (IFTR) während der «Closing Ceremony» in der Great Hall der University of Ghana. Ihre Abschlussrede fasst die ethischen Prämissen des internationalen Wissenschaftsverkehrs noch einmal auf Diskurshöhe zusammen: Sie...
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