Den Sumpf trockenlegen
Man muss sich die Bilder nochmal vor Augen halten: Jahrelang stand an Montagen «das Volk» zu Tausenden auf diesem Platz zwischen Semperoper, Zwinger und Elbe und skandierte rechte Parolen, putschte sich selber in seinem Fremdenhass auf, schürte Angst, schwenkte Fahnen und schmähte alles, was seiner Ansicht nach nicht (richtig) deutsch ist. Pegida und dann die AfD hatten in Dresden den architektonisch einzigartigen Theaterplatz fest im Griff. Immer wieder kam es hier zu einer grotesken Konfrontation von alter Kultur und reaktionärem Gegröle.
König Johann von seinem Denkmalsockel schaute betrübt und hilflos dem dumpfen Treiben zu.
Und jetzt: «Die Bühne ist ein freier Platz in hellem Licht.» Das steht als eine Art Regieanweisung ganz am Anfang von Peter Handkes «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten», das die Dresdner Bürgerbühne unter freiem Himmel aufführt. Wir sitzen auf Klappstühlen im Schatten der Oper und vor uns der Platz, der nun zur Bühne wird: Vereinzelt kommen Menschen aus verschiedenen Richtungen, queren das weite Feld. Sie sind zunächst nicht zu unterscheiden von den Touristen, die sich hier tummeln und die langsam verunsichert das Geschehen beobachten, das ...
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Theater heute August/September 2017
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Bernd Noack
Eigentlich hatte sich die Teenagerin Emma für ein romantisches Date in der Eissporthalle präpariert. Nur leider fällt dem Date-Partner, «Peter aus der Zehnten», nichts Besseres ein, als abendfüllend auf die Leichenberge zu verweisen, die noch immer irgendwo unter dem Eis liegen: späte Opfer des Ceausescu-Regimes, die während der Aufstände Ende 1989 vom rumänischen...
Robert Walser ist ein großer Wahlverwandter von Anne Lepper. Aus seiner Feder gibt es bekanntlich zahlreiche Prosastücke, die sich mit dem Theater beschäftigen. Aus seinem Text «Lüge auf die Bühne» möchte ich zitieren, um gleich zu Anfang etwas festzustellen:
«Wir leben jetzt in einer merkwürdigen Zeit, wiewohl vielleicht alle Zeiten irgend so etwas...
Ein Festivalsommer der Schlussappläuse: Florian Malzachers letzte «Impulse», Neues aus Avignon, wo Frank Castorf noch einmal Abschied feiert, und von der Ruhrtriennale, deren Intendant Johan Simons seine dritte und letzte Saison einläutet. Oben Simon Stones «Ibsen House» in Avignon, rechts Swoosh Lieus «who cares» bei Impulse.
Die Redaktion muss erstmal ausspannen...
