Das Herz ist ein Muskel
Unsere Hoffnung gründet sich auf das Sportpublikum», bekennt Bertolt Brecht 1926 in seiner Schrift «Über den Untergang des alten Theaters». «Unser Auge schielt, verbergen wir es nicht, nach diesen ungeheuren Zementtöpfen, gefüllt mit 15.000 Menschen aller Klassen und Gesichtsschnitte, dem klügsten und fairsten Publikum der Welt.»
Vielleicht hatten die Kurator:innen des Festivals «Sportfest» im Ballhaus Ost ganz ähnliche Gedanken.
Wobei die freie Spielstätte im Prenzlauer Berg eher für kleine, experimentelle Theaterformen ausgelegt ist denn für Publikumsmassen, zumal die Zuschauertribüne für die drei Festivalwochen einer vielseitig nutzbaren Raumbühne gewichen war – einer multidisziplinären Mehrzweckhalle sozusagen, im morbiden Charme eines alten «Sportsaals», mit mobilen Basketballkörben und Turnmatten. Im Foyer durfte das Berliner Sportmuseum mit Wimpeln, verblichenen Sportabzeichen und Ehrennadeln an vergangene sportliche Erfolge erinnern.
Vielleicht ging es dem Ballhaus-Team auch einfach um die offensichtlichen, im gesellschaftlichen Diskurs trotzdem säuberlich getrennten Gemeinsamkeiten der Bereiche Theater und Sport. Wer beim letztjährigen DFB-Pokalfinale Zeugin wurde, wie ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Anja Quickert
AALEN, THEATER DER STADT
28.9. Gößner, ich sehe was, was du nicht siehst (U)
R. Julius Max Ferstl
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
15.8. Hübner und Nemitz, Furor
R. Anja Junski
5.9. Otto, Bauch über Kopf
R. Ingmar Otto
24.9. von Kleist, Der zerbrochne Krug
R. Ingmar Otto
AACHEN, THEATER
26.9. Miriam Unterthiner, Blutbrot
R. Jakob Weiss
27.9. nach Aischylos, Die Orestie
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Es ist der letzte Streich der Eröffnungsrunde der Schauspiel-Interimsspielstätte auf dem Agra-Messegelände in Leipzig. Dabei verbindet sich Heiner Müllers Landwirtschaftsreformkomödie, die von der Zeit der Landumverteilung 1945 bis zur Kollektivierung 1960 erzählt, ganz organisch mit dem Gelände, auf dem einst Landwirtschaftsmaschinen und Produktionstechniken...
Das ist also das allerletzte Abschiedswort. Zum endgültigen Ende von Joachim Lux 16 Jahre dauernder Intendanz am Hamburger Thalia Theater gibt es noch die Dramatisierung von Édouard Louis’ Roman «Anleitung, ein anderer zu werden» als Einpersonenstück auf der Nebenbühne der Nebenbühne (das Thalia in der Gaußstraße besitzt einen winzigen Spielort namens «Werkstatt»,...
