Bonjour Tristesse
Es ist kalt auf dem Berg, und wenn Menschen hinzukommen, wird es nur noch kälter. Davon handelt «Zinnwald», das neue Stück von Christian Martin. Der neue Intendant des Theaters Plauen-Zwickau Dirk Löschen hat es bestellt und dem Regisseur Hannes Hametner zur Inszenierung auf der großen Bühne übergeben. Der Autor ist vogtländisches Urgestein, schreibt seit 1984 fürs Theater. In der DDR zwischenzeitlich von der Stasi inoffiziell mit Aufführungsverbot belegt, konnte er ab 1990 vor allem mit Hörspielen, Märchenbearbeitungen und kritischen Volksstücken reüssieren.
Auch in «Zinnwald», einem fiktiven Ort an der Grenze, versucht er, gesellschaftliche Themen zu verarbeiten, vor allem prägt seine Figuren ein desillusionierter Blick auf Gegenwart und Zukunft, die auch finanziell bei den meisten trübe aussieht.
Da ist etwa Rosa, gespielt mit viel Contenance und Zielstrebigkeit von Claudia Lüftenegger, Besitzerin eines Hotels auf dem Gottesberg bei Zinnwald. Das Hotel hat bessere Zeiten gesehen, bevor der Bundesgrenzschutz mit der Grenzöffnung 2002 abgezogen ist, und sie ist pleite. Auch ihre Schwester Milli, ein verglühendes Showsternchen und Schauspielerin (Julia Hell), ist pleite. Ebenso ...
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Theater heute August-September 2023
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Torben Ibs
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