Berliner Erbhöfe

Berlin bereitet sich auf Frank Castorfs Intendantendämmerung vor

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Der Widerspruch hielt sich in überschaubaren Grenzen, obwohl die Aufregung natürlich erheblich war, als Frank Castorf im «Zeit»-Interview verkündete, dass der Berliner Senat intensiv nach einem Nachfolger suche. 2017 soll seine dann über 25-jährige Intendantenherrlichkeit ein Ende haben.

Ein paar seiner treuesten Fans (inklusive Claus Peymann) klangen eher eitel bis dienstpflichtig, als sie protestierten, doch insgesamt hatte sich seit längerem die Erkenntnis durchgesetzt, dass demnächst 25 Jahre Intendanz an der Volksbühne selbst für die museal langlebigen Berliner Theaterleiter-Verhältnisse genug sind. Zumal die pulsierenden Zeiten längst vorbei sind, als der Panzerkreuzer am Rosa-Luxemburg-Platz den Theatertakt vorgab mit so gegensätzlich widerständigen Regietemperamenten wie Christoph Schlingensief, Johann Kresnik oder Christoph Marthaler in den 90ern, mit Diskurstrompetern in der Dramaturgie wie Matthias Lilienthal oder Carl Hegemann, mit der Erfindung selbstbewusst-querulatorischer Spielweisen, in der sich furchtlos verausgabende Schauspieler Figuren überziehen, ausbeulen und bei Nichtgefallen auch wieder in die Ecke pfeffern.

Die wichtigsten Fragen unter kritischen ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille

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