100 Jahre vorwärts?
Auf dem Paulsplatz ist eine Rennstrecke markiert. Umsäumt von pinken Fahnen, nur einhundert Meter lang. Der Moderator trägt einen blauen Arbeiterkittel samt Schirmmütze, die Fahrräder haben mit den Rennmaschinen der Tour de France wenig gemeinsam. Aber es geht ohnehin darum, wer hier als letzte:r durchs Ziel kommt, wer nicht die kürzeste Zeit braucht, sondern die längste. Vor Muskelkraft ist Körperkontrolle gefragt, das Balancieren auf möglichst langsam rollenden Rädern, ohne umzufallen. Wer den Fuß zwei Mal aufsetzt, ist disqualifiziert.
Allerdings ist Moderator und Schiedsrichter Steffen Popp recht gnädig an diesem Nachmittag im Schatten der Paulskirche in Frankfurt am Main – und drückt das eine oder andere Auge zu. Der Rekordhalter erreicht in 56 Sekunden das Ziel. Die Umstehenden, Frankfurter:innen ebenso wie Tourist:innen, fiebern sichtlich mit jenen, die sich trauen, oder probieren sich aus unter den Blicken ihrer Verwandten.
«100 Meter vorwärts!» von red park ist Teil des Festivals «Sportproben», das an die 1. Internationale Arbeiter-Olympiade 1925 erinnert und ihr emanzipatorisches Potenzial sowohl im Kontext des 20. Jahrhunderts als auch in der Gegenwart betrachtet. ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Esther Boldt
Von Wien nach Hamburg. Als Joachim Lux 2009 aus der österreichischen Hauptstadt in die Hansestadt zog, muss das ein Kulturschock gewesen sein. In Wien würde man Theater leben, erzählte der heute 67-Jährige damals, jeder Taxifahrer wisse, welches Stück am Burgtheater gerade Premiere habe. In Hamburg dagegen – naja. Und heute? Im Sommer 2025 beendet Lux 16 Jahre...
AALEN, THEATER DER STADT
28.9. Gößner, ich sehe was, was du nicht siehst (U)
R. Julius Max Ferstl
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
15.8. Hübner und Nemitz, Furor
R. Anja Junski
5.9. Otto, Bauch über Kopf
R. Ingmar Otto
24.9. von Kleist, Der zerbrochne Krug
R. Ingmar Otto
AACHEN, THEATER
26.9. Miriam Unterthiner, Blutbrot
R. Jakob Weiss
27.9. nach Aischylos, Die Orestie
...
Unsere Hoffnung gründet sich auf das Sportpublikum», bekennt Bertolt Brecht 1926 in seiner Schrift «Über den Untergang des alten Theaters». «Unser Auge schielt, verbergen wir es nicht, nach diesen ungeheuren Zementtöpfen, gefüllt mit 15.000 Menschen aller Klassen und Gesichtsschnitte, dem klügsten und fairsten Publikum der Welt.»
Vielleicht hatten die Kurator:innen...
