Zürich on tour: Alexandra Bachzetsis «Escape Act»
Diese abgrundtiefe Langeweile auf der Bühne. Obwohl: Abgrund hat sie nicht, nur Hohlheit, Leere. Die neue Performance von Alexandra Bachzetsis, die in PACT Zollverein in Essen Premiere feierte, beschreitet als «Escape Act» die Flucht ins design-te Nichts. Das finden viele im Publikum toll, wahrscheinlich auch der Philosoph Paul B. Preciado, Verfasser des stückbegleitenden, gelehrt schwelgenden Textes. «Die Aufgabe besteht nicht darin, Gender zu performen, sondern vielmehr, aus der Gender-Box auszubrechen», meint er. Längst widmen sich sogar Tanzstücke für kleine Kinder dieser Thematik.
Die sind nur meist nicht in edlen Museums-Kontexten zu sehen wie die Bachzetsis-Kreationen. Dabei erfüllt ihr «Escape Act» nicht einmal Preciados «Aufgabe». Die sieben Personen auf der Bühne tun nichts, als Performen zu performen, darunter halt auch das Genderperformen, der Wechsel zwischen konventionellerweise eher männlich und eher weiblich konnotierten Gesten und Haltungen.
Die High Heels sind pink, die Cowboystiefel braun. Perücken werden auf- und abgesetzt. Weiße weite T-Shirts und enge, am Po ausgestopfte Jeans für alle. Weiße Unterhosen aus verstärkter Baumwolle. Die zeigen sich beim ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 50
von Melanie Suchy
Hafen 1 nennt Volkswagen diesen ehrgeizigen Neubau, der das große, jährliche Festival «Movimentos» am Leben erhalten soll. Eine Bühne mit gut 1400 Sitzplätzen wird derzeit am Hafenbecken gleich neben dem alten Kraftwerk errichtet, der bisherigen Tanzbühne. Nur gut ein halbes Jahr Bauzeit ist veranschlagt, im Sommer will das renommierte Tanzfestival wieder an den...
«Fúria» heißt Ihr neues Stück, Lia Rodrigues. Es ist kein direkter Kommentar zur politischen Situation in Brasilien nach der Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten. Aber was bedeutet dieser Wahlsieg für die Künstler in Brasilien und für die Favelas wie Maré in Rio de Janeiro, wo sich Ihr choreografisches Ausbildungszentrum befindet?
Die Situation...
Starfotograf Julien Benhamou lässt den Mythos des Balletts wieder aufleben, in Bildern, die man nur geträumt zu haben glaubt. Stars des Pariser Opernballetts von Léonore Baulac bis François Alu, von Marie-Agnès Gillot bis Hugo Marchand standen Modell für Benhamous «La Poésie du Mouvement». Jedes Bild ist ein Porträt, jedes könnte als Gemälde im Louvre hängen....
