Zittau: Heuschrecken­forschung

Data Tavadze «Kriegsmutter» (U)

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Was wir noch wissen vom Krieg? Nichts. Was stellt er an mit den Menschen, die ihn durchleben? Keine Ahnung. Theatertexte, die im Gefolge der jugoslawischen Erbfolgekriege geschrieben und aufgeführt wurden, markierten womöglich die letzte halbwegs konkrete Verbindung mit Mord und Totschlag aus politisch-ideologischen Motiven. So fremd und fern ist der Krieg, dass das Raunen über «Kriegsgefahr in Europa» in Folge der Separationsbestrebungen in der Ost-Ukraine wie Hysterie und Alarmismus klingen.
Data Tavadze, ein 25-jähriger Regisseur und Dramatiker aus Georgien, kennt den Krieg.

Sein Präsident Michail Saakaschwili stritt mit Moskau vor sieben Jahren um Gebiete, er riskierte den Waffengang dafür – und verlor ihn. Data Tavadze, damals 18 Jahre jung, schrieb die erste Fassung von «Kriegsmutter». Und so unüberhörbar vom Krieg die Rede ist im Text, so wenig kommt er handfest vor auf der Bühne.

Sina und Manana betreiben staatliche Forschung an Heuschrecken. Das sind die Tiere, die blitzschnell zu Kampf-Armeen mutieren, wenn sie nur richtig stimuliert werden. Wie Menschen. Sinas Sohn ist offenbar eingezogen (oder gegen seinen Willen rekrutiert) worden von staatlichen Behörden; jeden Monat ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Michael Laages

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