Zeltforschung für Europa
Eine verpasste Anschlussmaschine hätten diese Fluggäste zur Pflege ihrer Problemhaushalte eigentlich nicht mehr unbedingt gebraucht: Die Mittdreißigerin Zana weiß weder, wo ihr Mann ihre Hutschachtel vertrödelt hat noch, warum er ausgerechnet mit Stewardessen fremdgeht. Der Endsiebziger Oliver wurde soeben aus dem komfortablen Irrglauben gerissen, dass es irgendjemanden gibt, der ihn braucht.
Und die Anfangzwanzigerin Olga kommt geradewegs aus der Ex-Sowjetunion und führt zwar ein schöngeistiges Musikinstrument, aber leider kein Geld für den Marsriegel im Süßigkeitenautomaten mit sich.
Aus dramatischen Gründen sitzen die kontinentalen Tragikomiker in Tena Stivicics «Funkenflug», der die Wiesbadener Biennale «Neue Stücke aus Europa» eröffnet, allesamt auf einem namenlosen Flughafen fest – wobei die Sache mit dem Transitraum genauso gegenständlich wie metaphorisch gemeint ist. Regisseur Janusz Kica vom Jungen Theater Zagreb lässt sie dabei gern mal mit einer Tänzelcombo solargebräunter Stewards traktieren, die sich im Takt zu Recht vergessener Oldies mit neckischen Links-zwo-drei-Choreografien ins Zeug legen und nur aus dem künstlerischen Umfeld des Eurovision Song Contest stammen ...
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Tellheim schwankt. Schwer verletzt und pleite, hat sich der Major ordentlich einen angesoffen – und weiß nicht mehr, wie es weiter geht. Rechts oder links? Damen oder Herren? Unruhig flackert der glasige Blick zwischen den Toilettentüren, die Stefan Meyer links auf die Wirtshausebene seines verschachtelten Bühnenbildes für Lessings «Minna von Barnhelm» gebaut hat....
Klaus Dermutz Herr Stein, von Klaus Michael Grübers «Sturm» 1969 in Bremen waren Sie nicht angetan?
Peter Stein Nein, seinen «Sturm» fand ich nicht so toll, ein bisschen fantasievoll, ein bisschen verrückt. Diese Einschätzung kommt natürlich auch daher, dass ich Regisseur bin und vom «Sturm» andere Vorstellungen habe. Auch waren die schauspielerischen Leistungen...
Da gehen also Luzifer und Michael auf der Berner Blumenwiese mit Plastik-Schwertern aufeinander los, dass es eine Art hat. Und es ist gar nicht klar, wer gewinnen wird, die Kräfteverhältnisse sind durchaus noch ausgeglichen. Aber weil Michael im Besitz der eindeutig größeren Wasserpistole ist, muss unser armer Teufel dann doch klein beigeben. Er reckt sich nochmal...
