Wünsch dir was!
Zugegeben: Serien haben einen nicht zu unterschätzenden Startvorteil in einem Filmfestival-Format, dass dieses Jahr pandemiebedingt für Branche und Presse nur auf dem heimischen Sofa im Streaming zu erleben war. Sie haben das Sofa und die Stauchung aufs Glotzenformat verinnerlicht, einerseits. Andererseits: Die sechsteilige Mini-Serie «Ich und die anderen» von Showrunner David Schalko, die im März schon im digitalen Berlinale-Format zu sehen war, könnte sich mühelos auch auf der ganz großen Leinwand behaupten.
Und das nicht nur, weil sie als «die Anderen» die tollsten (Theater-)Schauspieler rund ums Tom-Schilling-«Ich» versammelt, von Martin Wuttke und Sophie Rois über Michael Maertens, Katharina Schüttler, Mavie Hörbiger bis zu Lars Eidinger. Auch Martin Gschlachts Kamera schafft irre Bilder, die nach großem Kino aussehen.
Vor allem aber ist es David Schalkos Drehbuch, das diesen wilden Spaß in ein rasantes Tempo und sinnverwirrende Wirbel treibt. Jede Folge bekommt eine neue Prämisse: Tristan Brandt, ein mitteljunger Mann am Wendepunkt des Lebens – seine Freundin ist schwanger! –, muss sich entscheiden. Aber wie soll sich einer entscheiden, der keine Ahnung hat von dem, was er ...
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Theater heute Juli 2021
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Barbara Burckhardt
Theater heute Nach 14 Monaten Pandemie, deren Ende – hoffentlich – in Sicht ist, wollen wir wissen, wie Sie über diese Zeit gekommen sind. Und zwar aus drei verschiedenen Perspektiven: Joana Tischkau ist freie Künstlerin, Annemie Vanackere leitet eines der größten deutschen Produktionshäuser, das Berliner HAU (Hebbel am Ufer), und Holger Bergmann organisiert und...
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Dann eben draußen! 150 Plastikstühle im vorgeschriebenen Anderthalb-Meter-Abstand, 10 Grad, schwarze Wolken ziehen übers Haus, Regenpause etwa zur Hälfte der Vorstellung inklusive. Vor dem Deutschen Theater erhebt sich ein improvisiertes «Sommertheater» auf den verlängerten Stufen des Eingangsportals, das schon beim Betreten frösteln macht. Der erste Eindruck...
