Weltverbesserer oder Weltverschlechterer?
Die verflochtene Familien-, Finanz- und Wirtschaftsgeschichte «Habgier, Angst & Hoffnung. Zehn Jahre in Europa» des belgischen Autors, Regisseurs und Theaterleiters Stijn Devillé spannt einen großen Bogen von den Anfängen dieses Jahrhunderts bis zur Gegenwart und beginnt im ersten Teil seiner Trilogie («Habgier») mit einer Erzählung aus ungewohnter Perspektive. Geschichtlich, politisch und wirtschaftlich informiert, berichtet ein Kind von den Terroranschlägen am 11.
September 2001 in Amerika, von einer Niedrigzinspolitik in den folgenden Jahren und einer entstehenden Finanzblase, in der Banken wie Pilze aus dem Boden schießen und nicht nur Hedgefonds-Manager rund um den Globus Gewinne in Milliardenhöhe machen. Devillé sagt es aus Kindermund: «jeder zählt auf jeden / um den Tanz tanzen zu können».
So halten es dann auch seine Protagonisten des Stückes: Finanzdirektoren, Politiker, CEOs multinationaler Energiekonzerne und ihre Gefolgsleute. Jeder will ein Stück vom großen Kuchen. Koste es, was es wolle. Doch dann platzt auch in diesem Stück die Finanzblase, Banken machen pleite, Rentenfonds verlieren ihr Geld, Kredite gehen in Rauch auf, und ganze Städte kommen an den Rand eines ...
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