Weltverbesserer oder Weltverschlechterer?
Die verflochtene Familien-, Finanz- und Wirtschaftsgeschichte «Habgier, Angst & Hoffnung. Zehn Jahre in Europa» des belgischen Autors, Regisseurs und Theaterleiters Stijn Devillé spannt einen großen Bogen von den Anfängen dieses Jahrhunderts bis zur Gegenwart und beginnt im ersten Teil seiner Trilogie («Habgier») mit einer Erzählung aus ungewohnter Perspektive. Geschichtlich, politisch und wirtschaftlich informiert, berichtet ein Kind von den Terroranschlägen am 11.
September 2001 in Amerika, von einer Niedrigzinspolitik in den folgenden Jahren und einer entstehenden Finanzblase, in der Banken wie Pilze aus dem Boden schießen und nicht nur Hedgefonds-Manager rund um den Globus Gewinne in Milliardenhöhe machen. Devillé sagt es aus Kindermund: «jeder zählt auf jeden / um den Tanz tanzen zu können».
So halten es dann auch seine Protagonisten des Stückes: Finanzdirektoren, Politiker, CEOs multinationaler Energiekonzerne und ihre Gefolgsleute. Jeder will ein Stück vom großen Kuchen. Koste es, was es wolle. Doch dann platzt auch in diesem Stück die Finanzblase, Banken machen pleite, Rentenfonds verlieren ihr Geld, Kredite gehen in Rauch auf, und ganze Städte kommen an den Rand eines ...
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In der vierten Spielzeit von Intendant Matthias Lilienthal haben sie es tatsächlich geschafft: Die Münchner Kammerspiele sind das Theater des Jahres! Nach zunächst intensivem Fremdeln der Lokalpresse und auch des Stammpublikums, nach dem Weggang beliebter Ensemblekräfte und drohender Überforderung des Hauses durch die Doppelfunktion als Stadttheater und...
Denn Kunst und Sinnen hat Schmerzen / Gekostet von Anbeginn.» Kann ich noch auswendig, von früher. Steht in einem Turmgedicht, von Hölderlin. Die Kunst von gestern heißt ja heute Kunstkunst, so wie man Tanztanz sagt, wenn man über Tanz mit synchronen Bewegungen sprechen will, über Tanztheater, Ballett oder sonstwas Virtuoses. In meiner Erinnerung opferte man sich...
Torsten König war das Licht in all meinen Inszenierungen an der Volksbühne. Er ist in Warnemünde mit dem Fahrrad verunglückt, am helllichten Tage, niemand hat es gesehen und konnte bezeugen, was geschehen ist. So wie ich ihn bei der Arbeit gar nicht bemerkt habe. Er hat parallel zu unseren Proben geleuchtet. Es war so selbstverständlich und erstmal unauffällig....
