«Warum ist alles, das mal war, so viel schöner als das Jetzt?»
Es war einmal ein prächtiger Kirschgarten. Der schönste im ganzen Bezirk, er wurde sogar in Reiseführern erwähnt. Aber er hatte keine Zukunft, denn die Familie, die ihn so lange besaß, war pleite. Der Kirsch -garten wurde verkauft und gefällt: Das ganze Areal wurde in Parzellen aufgeteilt. So schrieb es Anton Tschechow 1904 in seinem letzten Stück «Der Kirschgarten», dem er im Untertitel die Bezeichnung «Eine Komödie» beigab. Eine tragische Komödie über gefühlte Möglichkeiten, vertane Chancen und den renditelosen Wert teurer Erinnerungen.
2025 nun widmet sich Lukas Rietzschel dem Erbe dieses Kirschgartens: der Letzten der Parzellen, sie hat die Zeiten bis hierhin überstanden. Erneut ist sie Gegenstand von Emotionen und Debatten, und wieder lautet der Untertitel «Eine Komödie». Eine Komödie über den Wandel der Zeit und den Umgang mit der Realität.
Die Parzelle aus der Erbmasse des Kirschgartens ist mittlerweile umringt von zwei Neubausiedlungen. Gleißend hel -le Straßenlampen bescheinen Haus und Garten. Nun trifft sich die Familie, um zu entscheiden, wie es weitergeht mit diesem Haus: Man könnte es doch noch einmal richtig renovieren und drin wohnen, wie früher. Man könnte es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 160
von Torsten Buß
Die Bühne ist ein großes Schweigen» in Paula Kläys Stück «Gewölk». Es kann erst beginnen, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist: «Tauben fliegen drei Mal um das Theater und dann weg.» Sind diese Tauben nur Tauben? Oder könnten es nicht doch auch Mavies Eltern sein, die, immer schweigend, zuletzt nickend, den Kopf vor- und zurückschiebend, auf einer Parkbank...
Uraufführungen
A Nora Abdel-Maksoud
Wokey Wokey (Münchner Kammerspiele)
Duygu Ağal
Paradies-Acker (Düsseldorfer Schauspielhaus)
Sina Ahlers
Schamparadies (Staatstheater Kassel)
Sina Ahlers, Zara Ali und Katharina März
Kritter (AT) (Theater Bielefeld)
Emre Akal
Es sagt, es liebt uns (Nationaltheater Mannheim)
Ayla Pierot Arendt
nach Susan Sontag: Das Leiden...
Ein Schauspieler spielt einen Schauspieler spielt einen Schauspieler. Darin steckt notwendigerweise – und mehr noch als sonst – die Reflexion über den eigenen Beruf: die Rolle als Identität, das Authentische als virtuoses Konstrukt oder umgekehrt, und immer spielt das doppelte Gesehen-werden-Wollen mit – bis man fast nicht mehr sieht, wo die Übergänge liegen. Bei...
