«Warum ist alles, das mal war, so viel schöner als das Jetzt?»

Lukas Rietzschel «Der Girschkarten»

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Es war einmal ein prächtiger Kirschgarten. Der schönste im ganzen Bezirk, er wurde sogar in Reiseführern erwähnt. Aber er hatte keine Zukunft, denn die Familie, die ihn so lange besaß, war pleite. Der Kirsch -garten wurde verkauft und gefällt: Das ganze Areal wurde in Parzellen aufgeteilt. So schrieb es Anton Tschechow 1904 in seinem letzten Stück «Der Kirschgarten», dem er im Untertitel die Bezeichnung «Eine Komödie» beigab. Eine tragische Komödie über gefühlte Möglichkeiten, vertane Chancen und den renditelosen Wert teurer Erinnerungen.

2025 nun widmet sich Lukas Rietzschel dem Erbe dieses Kirschgartens: der Letzten der Parzellen, sie hat die Zeiten bis hierhin überstanden. Erneut ist sie Gegenstand von Emotionen und Debatten, und wieder lautet der Untertitel «Eine Komödie». Eine Komödie über den Wandel der Zeit und den Umgang mit der Realität.

Die Parzelle aus der Erbmasse des Kirschgartens ist mittlerweile umringt von zwei Neubausiedlungen. Gleißend hel -le Straßenlampen bescheinen Haus und Garten. Nun trifft sich die Familie, um zu entscheiden, wie es weitergeht mit diesem Haus: Man könnte es doch noch einmal richtig renovieren und drin wohnen, wie früher. Man könnte es ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 160
von Torsten Buß

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