Vorschau und Impressum 11/22
FantasievollEines sind ihre Inszenierungen nie: langweilig. Lydia Steier steht für eine Regiekunst, die den jeweiligen Stoff stets ernsthaft durchdringt, ohne ihn moralisch zu verbiestern. Nun wagt sich die Luzerner Operndirektorin an Strauss’ Einakter «Salome» und gibt damit ihr Regiedebüt an der Opéra national de Paris. Wir fahren natürlich hin
Federführend
Sie gilt als eine der wichtigsten Vorkämpferinnen für Frauenfiguren auf und hinter der Bühne. Die Bücher von Eva Rieger haben diesbezüglich Maßstäbe gesetzt.
Nun hat sie über Richard Wagners Tochter Isolde geschrieben. Eine Lektüre
Vielseitig
Schon als Sängerin war sie eine Wucht. Seit einigen Jahren beweist Brigitte Fassbaender ihre stupenden Qualitäten auch als Regisseurin, zuletzt in Erl und Meiningen. Ein Interview
Fast vergessen
Sein Talent war enorm. Dass die Bühnenwerke Alberto Franchettis dennoch schon zu Lebzeiten des italienisch-jüdischen Komponisten der Vergessenheit anheim -fielen, ist insbesondere dem Faschismus in seinem Heimatland und der Verdammung dieser Opern durch die Nationalsozialisten zuzuschreiben. Nun bringt die Oper Bonn Franchettis «Asrael» heraus, ein Stück, das den Konflikt zwischen dem Geist des ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Impressum, Seite 80
von
Francesco Sacrati? War da nicht etwas? Der frühbarocke Opernkomponist galt neben seinem Kollegen Benedetto Ferrari lange als heißer Kandidat für den Einschub des Duetts «Pur ti miro», mit dem sich am Ende von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» das amoralische Paar Poppea/Nerone in den siebten Liebeshimmel hineinsingt. Die Quellen sprechen für Ferrari. Hörer...
Melanie Unseld, Musikwissenschaftsprofessorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, beginnt ihr Buch «Musikgeschichte ‹Klassik›» – klassisch. Und zwar mit einer Problematisierung des «Klassik»-Begriffs, ganz im Sinne von Musikgeschichtskapazitäten wie Carl Dahlhaus und anderen. Das hat zunächst etwas von der Steifheit und Hermetik einer...
Vorab die Frage der Fassung: Modena, 1886. Eine kluge Wahl. Denn Modena war Verdis letztes Wort in einer (siebenteiligen) Causa, die komplizierter klingt als sie ist. Den (fünfaktigen) «Don Carlos» schrieb er für Paris und die dortigen Usancen, den (vieraktigen) «Don Carlo» für sein Heimatland. Dass die italienische Version vorzuziehen ist, lässt sich in jeder...
