Von Lügen und Fantasie

Aalen

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Ein Junge, Nick, macht sich im Internet zu einem Mädchen. Ein anderer Junge, Adam, verliebt sich in das Mädchen, will es sehen, treffen, anfassen. Ein alltäglicher Plot aus der virtuellen Welt von «World of Warcraft» oder «Second Life». Die nur so wimmelt von Avataren, erfundenen Identitäten, erträumten Biografien. Von Lüge und Gegenlüge. Von Träumen und Verführung, von Naivität und Kriminalität. Pubertäre Schwindelei, ausprobieren, wie weit die Fantasie, die Verführungskräfte, vor allem die Macht über andere reichen.

 
 

Zum ersten Mal auf deutscher Bühne: Carlos Murillo, Jahrgang 1971. Murillo gewann zweimal den National Latino Playwriting Award, er wohnt und lehrt in Chicago. «Dark Play» ist ein well-made play: die Sätze kurz, schnell, authentisch, Nicks Spielereien, Erfindereien eine mitreißende Mischung aus Gewitztheit und Gefühl. Ein Theaterstück übers Chatten: Aber kein Chat­room auf der kleinen Zweitbühne in Aalens altem Rathaus – wie sollte der auch aussehen? Nicht mal ein Computer, im Gegenteil: an allen drei Wänden Schiefertafeln, wie Steintafeln für Hieroglyphen, für Runen. Die beiden Jungs schreiben mit Kreide, unlesbar, in Fantasieschrift, schreiben vorwärts, rückwärts, ...

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Theater heute April 2010
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Ulrike Kahle-Steinweh

Vergriffen
Weitere Beiträge
Theater in TV und Hörfunk

Fernsehen


Freitag, 2.

19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Schauspiel Frankfurt – vorgestellt von Esther Schweins – Film von Matthias Schmidt 

19.30, Theaterkanal: Hilmar Hoffmann im Gespräch (2007)
 

Samstag, 3.

17.00, Theaterkanal: Jean-Paul Sartre – Dokumentation (2008) von Dag Freyer 

20.30, Theaterkanal: Elf Onkel – ein Film (2009) von Herbert Fritsch, mit...

Sumpfgebiet

Norma ist Verkäuferin in einer Filiale des gleichnamigen Discounters, in der schon mal solche Typen wie der Paul auftauchen. Paul war mal Polizist, jetzt allerdings nennen die anderen ihn schlicht «Säufer», und dann gibt er auch noch eine jener ach so typischen Mannheimer Geschichten zum besten: Achmet, so erzählt er, lebe in einem der balkanischen Quadrate der...

«Eines Tages wissen wir»

Gott hat es nicht leicht in anglophonen Theaterstücken. Zumindest der Engländer Simon Stephens und der Ire Enda Walsh bringen in ihren aktuellen Werken in der Hauptsache Beweise gegen seine Existenz vor. Ein Kind stirbt, weil es beim Spielen von einer Klippe fällt. Ein obszöner Vater wird von einem unbekannten Sohn getötet. Familien zerfallen, Selbstmorde und...