Unheimlicher Psychokosmos

In Stuttgart inszeniert Jan Bosse ein zweites Ingmar-Bergman-Drama: «Herbstsonate» mit Corinna Harfouch und Fritzi Haberlandt

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Unheimlich ist es heimzukommen. Zumindest für die gefeierte Pianistin Charlotte, die nach sieben langen Jahren ihre Tochter Eva besucht. Zurückgezogen lebt diese mit ihrem Mann, einem Pfarrer, und ihrer älteren Schwester auf dem Land, während die Mutter mondän in der Welt gewesen ist. In diesem Heim am Ende der Welt sind es nun Geister der Vergangenheit, die Charlotte einholen. Sie hat gelebt, ohne Rücksicht auf Verluste, getrieben vom Erfolg und von der Unfähigkeit, sich auf Verantwortung einzulassen.

Die Kinder sind für sie schmückendes Beiwerk gewesen, man hat sie halt, kleine Statussym­bole, gesellschaftliche Notwendigkeiten, gekümmert haben sich andere. Ihre beiden Töchter sind entsprechend geschädigt, Schuld hat natürlich die grotesk emanzipierte Mutter, die die kranke ältere Tochter abgeschoben und verdrängt und die jüngere Tochter sich selbst überlassen hat.

Diese Rabenmutter aus Ingmar Bergmans Film «Herbstsonate» (1978) ist auch bei Jan Bosse in Stuttgart keine sympathische Figur. Corinna Harfouch spielt sie selbstverliebt, egozentrisch, manisch-depressiv. Ihre Charlotte liebt den großen Auftritt – eine Diva, die, von sich selbst fasziniert, rasend schnell von einer ...

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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Kristin Becker

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