Unter Bäumen
Wie war das noch? Ein Männlein steht im Walde … Nein, eigentlich sind es eine ganze Menge Männlein und Weiblein, die im neuesten Stück der 26-jährigen österreichischen Autorin Gerhild Steinbuch buchstäblich und metaphorisch im Wald stehen. Und selbst wenn Hoffmann von Fallerslebens Kinderlied weder in Text noch Inszenierung vorkommt, gibt es doch ein passendes Leitmotiv für das Ganze ab. «Menschen in Kindergrößen» nämlich hat Steinbuch ihr Auftragswerk für das Mainzer Staatstheater genannt und sechs dieser Schrumpfwesen ins Unterholz geschickt.
Da stecken sie nun, jeder auf seine Weise verstört, während nach und nach die Lebensgeschichten aus ihnen herausbröckeln. Es geht – wieder einmal – um Missbrauch plus Schuld und misslingender Sühne. In Steinbuchs Wald treffen der Rettungsfahrer Anton, der kein Blut sehen kann, und Lene, die immer mal vom Dach fällt, aufeinander. Dort hausen auch der mysteriöse Alte, der wohl Lenes Vater ist, und Marek, der selbsternannte Ritter, der vergewaltigend durch die Gegend strolcht, während Ada und Koll Stadtguerilla und Selbstmord üben. Was die Figuren verbindet, sind ein tödlicher Unfall und ein ehemaliges Kinderheim mitten im Wald, das viel von ...
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Eines Tages, sagt er, habe er sich schlagartig verändert. Das muss wohl wahr sein, denn seither ist er ein pathologischer Fall und in Tschechows Menschenpanorama der einzige tatsächlich Depressive. Heute würde der Hausarzt seines Vertrauens ihm ein Medikament zur Mobilisierung der einschlägigen Neurotransmitter verabreichen, und es ginge ihm etwas besser. Zu Zeiten...
Herr Keriakous, der Grieche, übertreibt es mit der Liebe für seine verstorbene Frau, findet «der Vater» in Dennis Kellys Szenencollage «Liebe und Geld». Wer Geld hat, viel Geld, kann die Liebe zu einer Toten in Marmor, Stein und Eisen gießen und einen Tempel auf ihr Grab setzen, aber dass dieses griechische Privatmonument einen ungehörigen Schatten auf die letzte...
Ich spiele auf Ihnen wie auf einem Instrument, die richtigen Töne werde ich irgendwann schon aus Ihnen herausbekommen. Ich verstehe, Sie sind also weder Hellseher noch Spekulant, Sie sind überhaupt unschuldig, haben Sie dem noch etwas hinzuzufügen? Fast erreicht und doch gescheitert, fast hätten wir die Bank saniert gehabt, wenn wir nicht gescheitert wären – sowas...
