Ungarisches Theater in Rumänien

Ausland: Eine wilde Mischung - Die neue Theaterbiennale «Reflex» im rumänischen Siebenbürgen

Theater heute - Logo

 Das ungarische Theater ist von den dirigistischen Maßnahmen der Orbán-Regierung geplagt, und es vergeht keine Woche, in der nicht ein neuer Konflikt aufbricht. Zuletzt ging es um die Leitung des Budapester Trafó, einem Zentrum für zeitgenössischen Tanz und alternative Theaterformen. Das Theater der außerhalb des Mutterlandes wohnenden Ungarn ist von diesen Auseinandersetzungen nicht betroffen, obwohl es freilich in seiner künstlerischen Arbeit zum ungarischen Theater gehört.

In Siebenbürgen, dem größten ungarischen Siedlungsgebiet jenseits der Landesgrenzen, gibt es in Cluj/ Koloszvar ein Nationaltheater und daneben mehrere Bühnen mit ungarischen Ensembles für einheimisches Publikum. Das stellt rein zahlenmäßig mit fast anderthalb Millionen Ungarn in diesem Teil Rumäniens nicht nur eine theatertragende Schicht dar, sondern wird von der Budapester Regierung potenziell auch als Wahlvolk begehrt, für das ungarische Pässe bereitliegen.

Der Regisseur László Bocsárdi, Leiter des ungarischen Ensembles im binationalen Theater von Sfantu Gheorghe/Sepsiszentgyörgy, hat diese Situation als günstige Gelegenheit genutzt und «Reflex» als neue Theaterbiennale gegründet. Denn auch von rumänischer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Thomas Irmer

Weitere Beiträge
Köln: Schauspiel

Die drei Männer mit dem Dauergrinsen verbreiten schon in der dreißigsten Minute bräsige Behäbigkeit und inkontinente Ironie, als sich dann doch etwas tut. Man hatte alle Zeit der Welt. Sport­liche Provokation von Zuschauergeduld und latentes Versprechen eines herausgezögerten Vorhabens hielten sich zwar in einigen guten Momenten die Waage, aber meist wurde jeder...

TV-Tipps im Mai

Aufführungen

In Friedenszeiten entwickelt sich das Kasino am Schwarzenbergplatz, seiner Historie durchaus gemäß, zum Geschichts-, Kriegs- und Gewaltforschungsschauplatz der Wiener Burg. Der Flame Jan Lauwers inszeniert dort Albert Camus’ «Caligula», und Intendant Matthias Hartmann fügt seinen «Krieg und Frieden»-Studien «Das trojanische Pferd» in einer Fassung von...

Pläne der Redaktion

Simon Stephens’ «Wastwater»-Trilogie war das ausländische Stück 2011. Jetzt folgen zwei Erstaufführungen in Wien und Köln – ein Aufführungsvergleich.

Alljährlich treffen sich beim «Körber Studio» in Hamburg die deutsch­sprachigen Regieschulen, eifrig beäugt von den Talentscouts der Stadt-und Staatstheater. Wie sieht sie aus, die Szene von morgen?

Selma Spahic nennt...