Und alles immer seltsamer
Ist die in ihr Erdloch hineinwachsende, zunehmend bewegungsloser werdende Winnie aus Becketts «Glückliche Tage» nicht eine durchweg überlebte Figur? Und ihre stillstehende Welt, in der sie unerschütterlich optimistisch mit Zahnpastatube, Nagelfeile und Regenschirm gegen Nichtstun und Eintönigkeit kämpft, in Anbetracht von Rastlosigkeit und Reizüberflutung im digitalisierten Zeitalter nicht völlig harmlos?
In der Inszenierung des Franzosen Stéphane Braunschweig am Düsseldorfer Schauspielhaus (und in Kooperation mit La Colline, Théâtre National, Paris) zeigt sich der wenig Inszenieru
ngsfreiheiten bietende Klassiker durch ein paar Blickverschiebungen allerdings auf der Höhe unserer Zeit. Die Bühne von Braunschweig und Alexandre de Dardel erinnert an eine Rastergrafik für ein Computerspiel, hier steckt Winnie bis zur Hüfte in einem leuchtend blauen Krater aus Pappmaché, um sie herum halbfertige Kratergerüste aus Metallgestänge. Zugleich ist sie einer Kamera ausgeliefert, die sie riesenhaft auf eine hinter ihr befindliche Kinoleinwand projiziert: Unterkörperlos steckt sie dort im unwirtlichen Big Blue des Cyberspace. In diesem virtuellen Raum wachsen Feststellungen wie «Nie irgendeine ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Chronik: Düsseldorf, Seite 65
von Natalie Bloch
Es verspricht kein besonders lustiger Abend zu werden. Bereits im Durchgang zur Hinterbühne werden die durch Fackeln illuminierten Besucher mit Geschrei und Gewimmer aus Lautsprechern begrüßt. Am Wegesrand backen Frauen Teigfladen, und das Ensemble wird mit Grabsteinen vorgestellt, zwischen denen aber auch die Namen toter Frauen von sozialen Protesten weltweit zu...
BERLIN
Universität der Künste
Studiengang Bühnenbild
Leitung: Prof. Hartmut Meyer
Postanschrift: Postfach 120544, 10595 Berlin
Studienort: Lietzenburger Str. 45, 10789 Berlin
Studieninformation: Allgemeine Studienberatung der UdK:
Tel. (030) 3185-2204
www.udk-berlin.de
Zugangsvoraussetzungen
– erfüllte Schulpflicht
– für Ausländer und Ausländerinnen ausreichende deutsche...
Erste Szene.
Ungebetene Gäste
Ein großes Zimmer, vom Boden bis zur Decke und von der Wand bis zum Fenster vollgestopft mit allem möglichen Krempel. Hinten links ist der Flur mit einem großen Kleiderschrank und der Wohnungstür zu sehen. Rechts ein Fenster mit zugezogenen Vorhängen, weiter hinten die Tür zum Nachbarzimmer. Bücherregale, aufeinandergestellte...
