Tutu & Tüll
Angefangen bei Coco Chanel über Yves Saint Laurent, Karl Lagerfeld bis hin zu Maria Grazia Chiuri, Diors aktueller Kreativdirektorin: Es vergeht kaum eine Saison, in der nicht eine weitere Kooperation von Mode und Tanz angekündigt oder verwirklicht wird.
So haben sich fast alle großen Modeschöpfer mit dem Ballett befasst, bis zum heutigen Tag: Die einen entwerfen Bühnenkostüme, die anderen lassen sich umgekehrt vom Ballett für ihre eigenen Kollektionen inspirieren, und wieder andere setzen Promis wie Sergei Polunin, Misty Copeland, Mikhail Baryshnikov oder Friedemann Vogel (der selbst einmal in der Branche tätig war) für Werbe- und Fotostrecken virtuos in Szene.
So bewahrheitet sich alle paar Monate, dass das Zusammenspiel der beiden gegenwärtig märchenhaftesten Kunstformen sich großer Beliebtheit erfreut und als überaus spannend wahrgenommen wird. «Märchenhaft» meint: Ballett und Mode verfolgen das gleiche vage Ziel, indem sie danach streben, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Nämlich den menschlichen Körper perfekt zu inszenieren und zu präsentieren, ja ihn in diesem Sinne vollkommen zu machen. Diese Mission verbindet die beiden Disziplinen und stiftet synergetische ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Tutu & Tüll, Seite 58
von Anastasia Tolstunova
Die erstaunlichste Premiere der vergangenen Saison war «The Winter‘s Tale» von Christopher Wheeldon und Joby Talbot am Moskauer Bolschoi: Die am Royal Ballet London 2014 uraufgeführte Produktion hat zwar den Original-Aufbau und die Erzähl-linien beibehalten. Aber zugleich wurden Dutzende von Veränderungen – von szenischen Akzenten bis hin zur musikalischen...
Die gebürtige Heidelbergerin ist 46 Jahre- alt, ausgebildet unter anderem in Ludwigshafen und Arnhem, ausgezeichnet beim Wiener «ImPulsTanz»-Festival und eine Zeitlang als Residenzchoreografin auf Kampnagel in ihrer Wahlheimat Hamburg angesiedelt, wo sie – genau wie in NRW – mehrfach und erfolgreich eigene Arbeiten gezeigt hat. Auf ihrer Homepage bezeichnet sie...
Im September 1993 vor der Premiere von «Nine Songs» erhielt ich in meiner Garderobe ein Geschenk: eine vergoldete Buddha-Statue im Thai-Stil. Anstatt sie mit nach Hause zu nehmen, beschloss ich, sie bei meiner Kompanie, dem Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, zu belassen. Wir errichteten ihr einen kleinen Schrein in unserem Studio und huldig-ten ihr jeden Tag. Da...
