Stolz und Vorurteil
Was läuft, wenn was läuft? Was geht, wenn was geht? Und wie weit geht es? Cem hat mit 30 Messerstichen Elena abgestochen und versucht, ihre Freundin Ulli als Zeugin ebenfalls zu töten. Die hat schwer verletzt überlebt und gibt nun ihre Schockerfahrungen zu Protokoll. Es ist eine von mehreren Sichtweisen auf eine Tat und deren Vorgeschichte. Eine weitere steuert Cems Kumpel Sinan bei, der hip-hoppende Klassenclown. Auch er war beim Vierer-Ausflug in Cems BMW nach Köln dabei, der blutig endete. Warum? Eine Frage der Ehre.
Lutz Hübner, produktiver Autor von Jugendstücken mit sozialkritischem Instinkt und einem Händchen für akute Diskussionen und Themen, orientiert sich in «Ehrensache» am so genannten «Hagener Mädchenmord» von 2004. Aus dem Konflikt und der Konfrontation kultureller Differenzen, aus reaktionären Männer-Selbstbildern und Geschlechtermustern montiert er ein geradlinig gebautes, mit Thrill aufs Finale zusteuerndes Drama, das über die türkische Integration in Deutschland wenig Gutes zu sagen weiß. Vor dieser Prognose und ihren Konsequenzen scheint der Autor allerdings selbst etwas zurückzuschrecken und sich deshalb in den Einzelfall zu flüchten. Gerade aber, indem er den ...
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Es ist die Geburt des Theaters aus dem Papier, und sein Erfinder ist einer, zwei, viele, nacheinander, übereinander, gleichzeitig in rasendem Tempo – seine Reise durch die Popwelt dauert 90 Minuten, und ein paar Opern und beseelte Gemälde fallen auch noch dabei ab. Ennio Marchetto heißt der Wundermann, er kommt aus Venedig und ist ein Kind des Karnevals. «Damals»,...
Dafür muss man den Berliner und seine Neigung zum Haushund einfach lieben. Steht zur Nachtzeit nur mit einem Bademantel überm Pyjama ganz jovial auf der Straße, das Bullenbeißerkettchen locker ums Handgelenk geschlungen, und sorgt sich um sein Tier. «Bienchen», brüllt den liebreizenden Kosenamen markerschütternd ins Parkett, und man kann sich lebhaft vorstellen,...
Die Führung beginnt beim «Führerdenkmal». Erinnert wird hier aber nicht an Adolf Hitler, sondern an Joseph Beuys. In dem kleinen Raum liegt ein riesiger Kopf, die vergrößerte Nachbildung der «Original-Totenmaske» des Künstlers. Eine Wand des Zimmers stellt die Berliner Mauer dar, es liegen Butterziegel drauf. Im weit aufgerissenen Mund des toten Beuys befindet...
