Spielpuppenland
Geld ist wohl genug da, im Zwischenmenschlichen aber hapert es bei Sandra und Herwig. Söhnchen Marko starrt stumpf in die Welt, und dann ist da noch die Sache mit den Fröschen rund um den Swimming Pool. Auch die lassen nicht mit sich reden, laichen vor sich hin, werden immer lauter und liefern den Titel für das Stück von Johannes Hoffmann, der damit den Autorenwettbewerb «Text trifft Regie» des Mainzer Staatstheaters gewonnen hat.
Regie führte Juliane Kann, eine Autoren-Kollegin von Hoffmann, die an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ein Regie-Studium absolviert hat.
Der spröde Text kreist um die Kommunikationslosigkeit einer Mittelstandsfamilie. Personal: Eltern, ein stummer Sohn und die antagonistischen Allegorien Werden und Vergehen. Den Sohn und die allegorischen Figuren spielen Kinderstatisten des Mainzer Staatstheaters. Eine Regieanweisung gleich zu Beginn lieferte die Idee für die atmosphärische Einbettung der Inszenierung: Sohn Marko soll zu einer der allegorischen Figuren gehen und sie mit einem Schlüssel aufziehen. Ab diesem Moment bewegt die Uraufführung sich in einem sterilen Spielpuppenland. Juliane Kann, von der auch das Bühnenbild stammt, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2013
Rubrik: Chronik: Mainz, Seite 59
von Jürgen Berger
Mit Sportmetaphern im Theater ist es so eine Sache. Schwerlich nur lässt sich der Kampf um den Sieg mit dem Kampf um ästhetische Wahrheit beschreiben. Dennoch belegt die Kulturstiftung des Bundes auch ihr aktuelles Förderprogramm wieder mit einem flotten Begriff aus dem Mannschaftssport. Nach «Heimspiel» zieht auch mit «Doppelpass» nicht unbedingt sportlicher...
Bürger sind keine Helden. Bürger sind bequem, und «bürgerlich» ist ein Synonym für schlechten Geschmack. (Der Wutbürger ist ja nur ein Oxymoron.) Aber Carl Sternheims Komödien-Serie «Aus dem bürgerlichen Heldenleben» hat Konjunktur. Nach Recklinghausen und Hannover brachte nun das Schauspielhaus Bochum die Trilogie aus «Die Hose», «Der Snob» und «1913» auf die...
Die Dresdner Staatssicherheit verfolgte zweifelsfrei auch originelle Projekte. Mitte der achtziger Jahre arbeitete sie zum Beispiel hart daran, die Trainerbank des lokalen Fußballklubs SG Dynamo Dresden zu verwanzen: ein Unterfangen, das auf den letzten Metern an technischen Details scheiterte – was man vom munteren Schriftverkehr diverser Sportfunktionäre mit dem...
