Spielerisch durch Wände gehen

Lucy Wilke lässt sich von keinem Label einfangen – ein Porträt der Schauspielerin, Sängerin, Autorin und Regisseurin

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Eine minimale Bewegung öffnet einen maximalen Spielraum. Doch manchmal braucht es dafür eine Schule des Schauens. Auf die feine Geste gelenkt, weitet sich der Blick, macht die Schranken im Kopf durchlässig und entlarvt so das ständige Messen an Normen als unproduktives Scheingefecht. Was für eine Befreiung! Allein die subtil vermittelte Erkenntnis, dass subjektives Körperempfinden naturgemäß nur konkret und nie «normal» sein kann.

So schlicht und begreifend bringen es Lucy Wilke und Paweł Dudus in ihrer zum diesjährigen Theatertreffen eingeladenen Performance «Scores that shaped our friendship» auf den Punkt. Die freie Produktion ist Anfang 2020 gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Lockdown mit einer Debutförderung im Bereich Tanz der Landeshauptstadt München im Spielort Schwere Reiter entstanden und wurde inzwischen auch an den Münchner Kammerspielen gezeigt, wo Wilke seit letztem Herbst Ensemblemitglied ist. Dabei ist die Einladung zum TT nicht die einzige Auszeichnung. Bereits im November wurde den beiden der Theaterpreis Der Faust in der Kategorie Darsteller/Darstellerin Tanz verliehen – mehr geht wirklich nicht in einer Saison. Damit gerechnet oder gar darauf hingearbeitet ...

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Theater heute Mai 2021
Rubrik: Akteure, Seite 4
von Silvia Stammen

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