Sofas in Wort und Bild

Matti Geschonneck verfilmt Alexander Osangs Medienroman «Die Nachrichten»

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Ein Sofa ist ein Sofa ist ein Sofa? Einerseits ja. Bis 1990 in der DDR bestimmt. Danach wurde es wie die Kunst an der Wand, die Hose am Bein und das Fingerfood in der Hand zu etwas anderem: einem Distinktionsmerkmal. Einem Verschleierungsinstrument. Das richtige Sofa, die richtige Kunst, die richtige Frau und die richtige falsche Betonung gewisser Wörter wie Dynamo Dresden (auf der ersten statt auf der zweiten Silbe) konnten vergessen lassen, woher einer kam. Etwa aus Berlin-Lichtenberg statt aus Hamburg-Harvestehude.

Bis zum endgültigen Triumph – dass auf die Feststellung, einer stamme aus dem Osten, alle überrascht sagen: Hätt ich nie gedacht.

Solche Dinge konnte man 2002  in Alexander Osangs Ost-West-Medienroman «Die Nachrichten» lernen. Er spielte fünf Jahre nach der Wende, und sein Held Jan Landers brachte einen erheblichen Teil seiner Energie auf für die Anpassungsleistung an die schöne neue (Waren-)Welt, in der er es weit gebracht hatte für einen aus dem Osten: Nachrichtensprecher der «Tagesschau», der einzige im Team aus jenem Teil der Welt, in dem der Tod Erwin Strittmatters etwas bedeutete und man sich über Sofas den Kopf nur zerbrach in Hinsicht auf die Frage, ob man ...

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Theater heute Oktober 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 63
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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