Schöne Augen und politische Tiere
Sköne Oke» radebrecht der unheimliche italienische Händler, als er Brillen verkaufen will. Schöne Augen macht auch Robert Wilson dem Publikum in seiner Version von E.T.A. Hoffmanns Gruselgeschichte vom armen Nathanael.
Die Mutter erzählt ihm das Ammenmärchen vom bösen Sandmann, der den Kindern die Augen stiehlt, wenn sie nicht schlafen wollen. Der Vater stirbt bei einer alchemistischen Explosion, und das traumatisierte Kind identifiziert den bösen Alchemistenonkel mit dem augenstehlenden Sandmann.
Als Student verliebt er sich in ein etwas steifes Mädchen mit starrem Blick und merkt nicht, dass es eine mechanische Puppe ist. Die Entdeckung seines Irrtums macht ihn wahnsinnig, schließlich stürzt er sich vom Rathausturm.
Wilson hat in E.T.A. Hoffmanns «Der Sandmann» einen Stoff gefunden, wie er besser zu seinem Stil nicht passen könnte. Mechanik, schwarze Romantik, das Denken in Bildern – alles bekannte Motive in seinen Werken. Augen – gläserne, geraubte, blutige, geworfene, seelenlose – sind das Leitmotiv der Erzählung. Ideal für den mit den Augen denkenden Bilderfinder Wilson. Schön wie die künstlichen Augen des Händlers ist in seiner Bühnenversion das Grauen.
Die Inszenierung ...
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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Gerhard Preußer
Als Tankred Dorst schon fast 90 Jahre alt war, 2014, sagte er ganz nebenbei Abschließendes zu jedem überflüssigen Streit über Schauspieltheater oder Performance: «Als ich anfing, Stücke zu schreiben, zu Beginn der 60er Jahre, waren die Grenzen der Darstellung viel enger. Wenn ich mich dagegen heute umschaue, dann sehe ich eine hohe Qualität in einem freien Umgang,...
Wenn Kasimir heuzutage wählen könnte, würde er vermutlich AfD wählen. Gerade arbeitslos geworden inmitten einer Wirtschaftskrise, fressen sich Selbstmitleid, Hass und Neid in seine Gedanken. Die da oben, wir da unten. Und wenn Perspektive und Möglichkeiten fehlen, ist man natürlich nicht liberal drauf. Auch nicht in Stuttgart. Wo sich zu Beginn von Stefan Puchers...
Premieren im Juli 2017
Augsburg, Theater
6. Jacoby und Laufs, Pension Schöller
R. Maria Viktoria Linke
Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. Goldoni, Der Diener zweier Herren
R. Susi Weber (Alte Hofhaltung)
Berlin,
Maxim Gorki Theater
6. Sahebi & Wenzel, paradies3000,
Mythen der Wirklichkeit #3 (U)
R. Sahba Sahebi und Olivia Wenzel
Berlin, Schlosspark Theater
26. Tschechow,...
