Rückzug ins Private
In meinem Hotel in Wuzhen sind nicht nur an den Aufzügen, sondern manchmal auch irgendwo entlang der Korridore junge Menschen positioniert, die den Hotelgästen bei Bedarf den Weg weisen. Das mag überfürsorglich klingen, wird aber durchaus in Anspruch genommen – auch von mir. In dem gigantischen Resort-Hotel mit seinen vier Türmen und unzähligen Querverbindungen kann man sich durchaus verlaufen. Wer den Weg vom Zimmer zum Pool zurücklegt, hat die obligatorischen 10.000 Schritte des Tages schon lange vor dem Frühstück erledigt.
Und beim Frühstück selbst kann man sich dann gleich wieder verlaufen.
Ich muss bei meiner Ankunft ein bisschen blinzeln, denn als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal in Wuzhen war, gab es solche Hotels dort noch nicht. Da wurde das etwa 120 Kilometer von Shanghai entfernt gelegene «Wasserdorf» noch aufwendig restauriert, man schlief in kleinen Herbergen entlang der Kanäle. Touristen kamen zwar auch damals schon, aber sie traten sich noch nicht auf die Füße, und es roch noch etwas mehr nach Schlick und Flussfisch (zumindest in meiner Erinnerung). Heute ist das Gelände sehr viel weitläufiger, und die Gäste werden in kleinen Golf-Carts herumchauffiert, die als ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: International, Seite 48
von Ulrike Syha
Eine «psychedelische Klamotte» nennt sich der Abend «Die Ritter des Mutterkorns» am Theater Basel. Das trifft es ziemlich gut. Denn Rocko Schamonis Regie und Jörg Pohls Text haben es vorrangig auf die Komik der Ereignisse um die LSD-Erfinder und Vermarkter in Basel abgesehen. Hier, in der Stadt der Pharmaziekonzerne, synthetisierte der Chemiker Albert Hofmann zum...
Dunkel mag die Welt sein, kalt rieselt der Schnee, doch beruhigend belehrt uns die warme Erzählerstimme über den Verlauf des Abends. 2,5 Stunden wird er dauern, eine Pause. In der wir Zuschauer machen können, was wir wollen! Und da rauscht auch schon der blutrote Vorhang auseinander und enthüllt das hypergrell ausgeleuchtete White Cube-Universum des Markus Öhrn....
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